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FORTE App: Online-Tools für die Wälder von heute und morgen

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In den letzten Jahren ist in der Schweiz der Bedarf an zuverlässigen Informationen über den aktuellen Waldzustand und mögliche zukünftige Entwicklungen gewachsen. Die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL deckt diesen Bedarf mit Daten, die auf verschiedenen zeitlichen und räumlichen Skalen erhoben oder modelliert werden - vom Stammwachstum der Bäume, das im 10-Minuten-Takt gemessen wird, bis zur regionalen Kronenfeuchte, die aus Satellitendaten abgeleitet wird. Die meisten dieser Ergebnisse sind online verfügbar, einige davon in Echtzeit.

Diese Datenfülle hat die WSL nun in den benutzerfreundlichen Tools FORTE (kurz für Forest Tree Explorer) und FORTE Future zusammengeführt. Die Tools sind das Herzstück des neuen thematischen Moduls "Waldfunktionen und Klimawandel" des Swiss National Center for Climate Services (NCCS - siehe Kasten). Sie beschreiben sowohl den aktuellen Zustand des Schweizer Waldes (FORTE) als dessen langfristiger Entwicklung (FORTE Future).

FORTE (Abb. 1) zeigt zum Beispiel den aktuellen Wasserstress und das Wachstum von 400 Bäumen in Echtzeit an, oder den aktuellen Entlaubungsgrad von mehr als 1000 Bäumen in der ganzen Schweiz. Anwenderinnen und Anwender können diese Daten auf verschiedene Weise kombinieren, von der lokalen bis zur nationalen Ebene, und mit Daten aus dem Wald wie Bodentrockenheit, Kronenfeuchte oder Anzahl der aktuellen Borkenkäfergenerationen überlagern. Die angezeigten Daten stehen als umfassende Zusammenfassung mit Grafiken und zusätzlichen Informationen zum Download bereit.

Das zweite Instrument, FORTE Future, kartiert die Lebensraumeignung von über 30 Baumarten in der Schweiz und ihre potenzielle Verbreitung in der Gegenwart und in der mittel- oder langfristigen Zukunft. Es zeigt deutlich, dass es bei den zu erwartenden höheren Temperaturen und deutlich geringeren Sommerniederschlägen Verlierer (wie die Fichte in Abbildung 2), aber auch Gewinner (z. B. Traubeneiche und Stieleiche) geben wird.

Zusätzlich zu diesen Instrumenten vermittelt die NCCS-Website vier Kernaussagen anhand fiktiver Erzählungen: Drei Personen, die den Wald nutzen (Abbildung 3) beleuchten die möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf Schutz- und Erholungswälder sowie auf die Holzproduktion. Die vierte Figur, eine Waldforscherin, stellt Ansätze vor, die Wälder in Zukunft klimaresistenter machen können. Zusammen sollen diese Erzählungen zeigen, dass die Schweizer Bevölkerung schon heute ganz konkret von den Auswirkungen des Klimawandels auf die Ökosystemleistungen des Waldes betroffen ist und in Zukunft noch stärker betroffen sein wird.

 
 

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