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Frauen forschen

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Hochdotierte EU-Stipendien für drei WSL-Forscherinnen

Der European Research Council unterstützt weltweit Spitzenforschung mit der Finanzierung von ausgewählten Projekten. Er hat zum dritten Mal einer WSL-Forscherin ein mit mehreren Millionen Euro dotiertes Stipendium vergeben.

Nach der Landschaftsforscherin Anna Hersperger (SNSF Consolidator Grant, 2015) und der Glaziologin Francesca Pellicciotti (ERC Consolidator Grant, 2017) erhielt die bekannte Ökologin Catherine Graham 2018 einen ERC Advanced Grant.

An der WSL fördern wir Frauen in bestehenden oder angehenden Führungspositionen. Bei der Neuanstellungen bevorzugen wir Bewerberinnen, sofern sie gleich qualifiziert sind wie Bewerber. 

Lesen Sie dazu auch das Interview mit "Ms. Permafrost" Marcia Phillips am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF.

 

Prof. Dr. Catherine Graham

 

Catherine Graham arbeitet seit 2016 an der WSL. Im Zentrum ihrer Studien steht die Erforschung der Vielfalt und Formen von Kolibris und der tropischen Waldpflanzen, von denen sich die Vögel ernähren. Graham geht einem zentralen Rätsel der Ökologie auf dfen Grund, nämlich warum sich die Artenvielfalt und die Art der Pflanzen-Tier-Wechselwirkungen über Raum und Zeit verändern. Dazu wird sie Kolibris und Pflanzen in verschiedenen Höhenlagen in drei biogeographischen Regionen mit unterschiedlicher Evolutionsgeschichte untersuchen (Bergregionen in Costa Rica, Ecuador und Brasilien). Mit dem ERC Advanced Grant in der Höhe von 2.5 Mio. Euro kann sie ihr Projekt "Entwicklung der prädiktiven Ökologie von Pflanzen-Tier-Interaktionen über Raum und Zeit" für die nächsten fünf Jahre fortsetzen.

Der ERC vergibt Advanced Grants für potenziell bahnbrechende Forschungsprojekte von arrivierten Wissenschaftlerinnen und Wisssenschaftlern weltweit.

 

Prof. Dr. Francesca Pellicciotti

 

Francesca Pellicciotti absolvierte einen Postdoc an der ETH Zürich, ist ausserordentliche Professorin an der Northumbria University in Grossbritannien und arbeitet seit 2017 an der WSL. Mit ihrem Projekt wird sie den Schwund von schuttbedeckten Gletschern im Himalaya untersuchen. In der Region gibt es bisher wenig Daten darüber, obwohl Millionen von Menschen in Indien, Pakistan, Afghanistan, Nepal und China von deren Wasserressourcen abhängig sind. Mit dem Fördergeld von zwei Mio. Euro wird sie auf fünf Jahre zwei Doktoranden und einen Postdoc beschäftigen, sowie Reise- und Sachmittelkosten bestreiten. Ihr Projekt ist eine aussichtsreiche Erweiterung der starken glaziologischen Forschung an der WSL. Siehe WSL-News vom 8.12.2017.

Die Consolidator Grants unterstützen erfahrene Forschende beim Aufbau eines Teams, um ein vielversprechendes Forschungsprojekt zu realisieren.

 

Dr. Anna Hersperger

 

Anna Hersperger arbeitet seit 2002 an der WSL und leitet dort die Forschungsgruppe "Landnutzungssysteme".

Obwohl überall lokal, regional und landesweit geplant wird, ist wenig darüber bekannt, wie sich die Raumplanung tatsächlich auf die Ausdehnung der Siedlungsflächen und Verkehrsinfrastrukturen auswirkt. Das interdisziplinäre SNF/ERC-Forschungsprojekt von Anna Hersperger  hat das Ziel, diesen Einfluss  anhand von Beispielen aus Zürich, Bucharest und Austin (Texas) messbar  zu machen und in Landnutzungsmodelle zu integrieren. Es wurde mit zwei Mio. Franken dotiert. Siehe DIAGONAL-Artikel Juni 2018.

Mit den SNSF Consolidator Grants überbrückte der Schweizerische Nationalfonds den temporären Ausschluss der Schweiz vom Forschungsprogramm Horizon 2020 - eine Folge der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative im Februar 2014. Sie entsprachen den ERC / Frontier Research Grants, zu denen Forschende in der Schweiz während dieser Zeit keinen Zugang hatten.