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WSL Forschungsprogramm Extremes 2021-2024

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Extreme werden in naher Zukunft das "neue Normal" sein. Angetrieben durch die Globalisierung und den Klimawandel werden Häufigkeit und Intensität von Extremereignissen in den nächsten Jahrzehnten vermutlich zunehmen. Während einige Auswirkungen gut vorhergesagt werden können, sind andere Folgen für Umwelt und Gesellschaft noch unklar.

 

Das WSL-Forschungsprogramm "Extremes" (2021-2024) fördert die inter- und transdisziplinäre Forschung, um Schweizer Akteuren geeignete Entscheidungshilfen und Bewältigungsstrategien für zukünftige Extreme an die Hand zu geben.

 

Als strategische Initiative der WSL stellt das Programm insgesamt 4 Mio. CHF für 5-8 interne Projekte zur Verfügung (ca. 400'000 - 700'000 CHF pro Projekt). Dabei wird grosser Wert auf die gemeinsame Wissensgenerierung mit Praxisvertreter*innen aus verschiedenen Sektoren gelegt (siehe Stakeholder Factsheet).

News

Von den vierzehn im Frühjahr 2021 eingereichten Projektanträgen bewilligte der Lenkungsausschuss basierend auf der Empfehlung des Gutachtergremiums die folgenden Projekte:

ALANex, Artificial light at night: mitigating an eXtreme environmental disturbance for humans and the environment, Janine Bolliger 

EMERGE, Extreme droughts in mountain regions: consequences for blue-green water fluxes, Francesca Pellicciotti

ExtremeThaw, Unprecedented permafrost thaw - Unlocking ground for new life and release of old soil carbon, pollutants and pathogens, Christian Rixen

MaLeFix, Machine Learning aided Forecasting of drought related eXtremes, Konrad Bogner

MountEx, Mountain spruce forests as hotspots for extremes: impacts, resilience and management priorities, Peter Bebi

Die Projekte starten im Herbst 2021 und werden durch gemeinsame Programmaktivitäten begleitet.

 

Das Undenkbare denken

Das Programm "Extremes" konzentriert sich auf Ereignisse, die eher selten und unregelmässig auftreten, aber dennoch massive Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben können. Es befasst sich also mit Auswirkungen, für die wenig bis keine Erfahrung vorliegt. Während wir ein allgemeines Verständnis für die Auswirkungen einzelner Einflussfaktoren haben, wie z.B. die Auswirkungen der sommerlichen Trockenheit auf den Wasserabfluss, ist unser Wissen über den zeitlichen Ablauf, die spezifischen Folgen, deren Störfaktoren und deren gesellschaftlichen Auswirkungen eher begrenzt. Die meisten Folgenabschätzungen verlassen sich auf eine lineare Extrapolation der bekannten Einflussfaktoren, auch unter extremen Bedingungen. Dieser Ansatz erfasst die zugrunde liegenden Mechanismen nur unvollständig. In Wahrheit treten extreme Auswirkungen höchstwahrscheinlich als Reaktion auf abrupte, zusammengesetzte oder interagierende Veränderungen auf und führen oft zu nicht-linearem Verhalten und Kipppunkten. Mit diesem Programm soll vorbereitend auf eher seltene, extreme und gravierende Ereignisse das Undenkbare gedacht und geplant werden.

 

Lösungen denken

In den letzten Jahren gab es gleich mehrere Ereignisse, bei welchen sich einzelne oder sich wechselseitig beeinflussende Treiber dramatisch auf die Umwelt und die Gesellschaft auswirkten, so zum Beispiel die anhaltende Dürre und Hitzewelle im Sommer 2018. Die Folgen solcher Ereignisse stellen eine besondere Herausforderung für die Betroffenen dar, da sie nicht einfach auf frühere Erfahrungen zurückgreifen können, um die Folgen abzuwenden oder zu mildern. Werden Kipp-Punkte erreicht oder verlaufen Entwicklungen nicht-linear, fehlt oft die Praxis-Erfahrung. Die Wissenschaft ist daher gefordert, nationale und regionale Praxisvertreter*innen mit aktualisiertem Wissen, Vorhersagen, Projektionen oder Frühwarnsystemen für den Umgang mit zukünftigen, extremen Auswirkungen zu unterstützen. Darüber hinaus braucht es Werkzeuge, Best-Practices, Richtlinien, konkreten Lösungen und Input für Bewältigungsstrategien um zukünftige Extreme zu mildern, zu bewältigen oder insgesamt besser darauf zu reagieren.

 

Gemeinsam denken

Das Programm "Extremes" ist inter- und transdisziplinär. Die Vielschichtigkeit des Themas kann nur in einer gemeinsamen Anstrengung zusammen mit Vertreter*innen aus Praxis und Umsetzung angegangen werden.

Kontaktieren Sie uns, um uns Ihre Gedanken mitzuteilen und sich an der Diskussion zu beteiligen. Gemeinsam denken ist besser!