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Alptal

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Wie funktionieren Wildbäche?

 

Wer verstehen will, wie Bergbäche bei intensiven Niederschlägen anschwellen, Geröll verfrachten und zu Hochwassersituationen führen können, der muss ins Gebirge fahren. Im Alptal (Kt. Schwyz) in den schweizerischen Voralpen, in drei klar begrenzten Tälern, untersucht die Eidg. Forschungsanstalt WSL, wie Gebirgsbäche entstehen und wie die Wasser- und Geschiebemassen ins Tal gelangen.

 

Wenn es im Alptal, am Osthang der Mythen, regnet, dann können die Niederschläge durchaus eine Weile anhalten. Das Zusammenspiel der steilen Schwyzer Hausberge mit den oft aus West oder Nordwest kommenden Wolkenmassen führt oft zu starken Regenfällen. 2200 mm Niederschlag sind es im Durchschnitt jedes Jahr, drei- bis viermal so viel wie im unteren Wallis. Das mag zunächst etwas unattraktiv klingen, doch die hohe Feuchtigkeit hat auch ihre Reize. Denn die vielen Niederschläge ermöglichen eine üppige, artenreiche Natur mit satten Wiesen und dichten, schnell wachsenden Wäldern.

Aufgrund der klimatischen Besonderheiten und dem wenig durchlässigen Flyschgestein ist das Alptal ein idealer Standort für die hydrologischen Untersuchungen der WSL. Wie genau sickert Wasser in den Waldboden? Wie bilden sich daraus Bäche? Welche Rolle spielt dabei die winterliche Schneebedeckung, welche der Wald? Wie viele kleine Steine und grobes Geröll transportieren die Bäche ins Tal? Drei kleine Testgebiete sollen auf diese und zahlreiche andere Fragen Antwort geben: am Vogelbach nördlich von Alpthal und am Lümpenenbach und Erlenbach bei Brunni.

Hightech im Gebirge

Im Talgrund jedes dieser drei so genannten Wassereinzugsgebiete liegt eine Messstation, die laufend den Abfluss und die Qualität des Bergwassers misst. Mit modernster Technologie ausgerüstete Messgeräte senden automatisch erhobene Daten per Funk an die WSL. Im Erlenbach sammelt sich in einem Rückhaltebecken das vom Bach mitgeführte Geröll, dessen Menge und Zusammensetzung den Forschenden wichtige Informationen über die im Talkessel wirkenden Abflusskräfte gibt. Die neue Geschiebemessanlage im Erlenbach ist mit weltweit einzigartigen automatischen "Fangkörben" ausgerüstet, die während eines Hochwassers Proben des transportierten Gerölls nehmen.

Der Wald spielt im Gebirge bezüglich Wasser, Boden und Gesteinsuntergrund eine besondere Rolle. Er verwendet einen Teil des Wassers für das Baumwachstum, speichert Wasser im Boden und hält Erdreich und Gesteinsmaterial zusammen. Hinzu kommt, dass der Waldboden Schadstoffe aus der Luft herausfiltert.

Naturwissenschafter untersuchen dies langfristig, auch im Zusammenhang mit dem Klimawandel, in 17 Wäldern in der Schweiz; eine Fläche dieser Lanfgristigen Waldökosystemforschung LWF befindet sich im Alptal.