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Leuk

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Neues Leben nach dem Waldbrand

 

Am 13. August 2003 zerstörte oberhalb von Leuk ein verheerendes Feuer 300 ha Wald. Die Eidg. Forschungsanstalt WSL untersucht hier seitdem, wie sich die Natur ihren Platz zurück erobert. Wenn es in Zukunft nicht nur wärmer, sondern auch trockener wird, dürften sich nämlich in der Schweiz mehr Waldbrände ereignen. Dies gilt besonders für das Wallis, die trockenste Region der Schweiz.

 

Im Zentrum der Untersuchungen auf dieser grössten Waldbrandfläche der letzten 30 Jahre stehen Fragen dazu, wie schnell sich der Wald, vor allem der Schutzwald, verjüngt. An den Rändern der Brandfläche erkennt man zwischen 800 und 2100 m ü.M., wie der Wald vor der Feuersbrunst aussah: im unteren Hangbereich überwog die Flaumeiche, weiter oben die Waldföhre, dann die Fichte und oben bis zur Waldgrenze die Lärche.

Birken, Weiden und Pappeln sind schon da

Zwischen den vom Brand verkohlten Baumgerippen sieht man zahlreiche Pappeln, Weiden und Birken, so genannte Pionierbaumarten. In den nächsten 10-20 Jahren werden sich dort auch Fichten, Waldföhren und Lärchen ansamen, deren schwere Samen nicht so weit fliegen. In den ersten Jahren nach dem Brand breiteten sich einzelne Krautpflanzen stark aus. Der äusserst seltene Erdbeerspinat, der Färberwaid und das Weidenröschen tauchten die noch schwarze Fläche im Frühjahr in kräftiges Rot, Gelb, oder Violett. Wenn Waldökosysteme durch Brand, Sturm oder Lawinen gestört werden, ist die Artenvielfalt vorübergehend grösser als vor einem Naturereignis.

Der Wald oberhalb von Leuk schützte die Gemeinde bis 2003 vor Naturgefahren wie Lawinen und Steinschlag. Um die Schutzfunktion aufrechtzuerhalten, wurden nach dem Brand an einzelnen Stellen Lawinenverbauungen aus Holz erstellt. Im unteren Bereich der Fläche pflanzte der Forstdienst an wenigen Stellen junge Bäume, damit möglichst schnell wieder ein Schutzwald entsteht.

Klimawandel im Visier der Forschung

Die Wanderung von Leuk über Albinen nach Guttet verläuft auf guten Wegen durch den unteren Teil der Waldbrandfläche. Unterwegs lässt sich die fantastische Sicht auf das Rhonetal und den Naturpark Pfynwald auf der gegenüberliegenden Talseite geniessen. Dort wie auch an anderen Orten im Raum Leuk untersucht die WSL mögliche Auswirkungen des Klimawandels. Im Pfynwald wird z.B. der Einfluss des Wassers auf das Wachstum der Föhre untersucht, und in Leuk testen Forscher das Wachstum mehrerer Herkünfte von Föhrenarten, unter Trockenheit (siehe Links).