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Waldbau, Wachstum und Ertrag

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Waldbau ist seit über 100 Jahren einer der Grundpfeiler der schweizerischen Forstwirtschaft. Schweizer Wissenschaftler entwickelten zahlreiche Grundideen und Vorgehensweisen des Fachs, die auch heute noch aktuell sind (z. B. Plentersysteme). Für die Waldbauforschung ist eine starke Grundlage entscheidend, da über 70 % der Schweizer Wälder bewirtschaftet werden, und eine nachhaltige Bewirtschaftung ist nur mit soliden empirischen Daten möglich.

 

Trotz der relativ geringen Fläche werden in Schweizer Wäldern eine Vielzahl waldbaulicher Herangehensweisen eingesetzt. Der Grund dafür sind die vielfältigen Waldtypen und Bewirtschaftungsziele, wie in Bild 1 dargestellt:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Bild 1: Im Waldbau geht es um eine Vielzahl von Waldtypen, Baumarten, Bestandsstrukturen und klimatische sowie edaphische Faktoren.

 

Die Waldbauforschung an der WSL umfasst traditionelle Wachstums- und Ertragsanalysen anhand verschiedener Bestandsnetzwerke. Eines davon (Experimental Forest Management project) besteht aus Beständen, in denen seit über hundert Jahren ein Monitoring durchgeführt wird, was sie zu einem der ältesten erfassten Bestände weltweit macht. Weitere Netzwerke konzentrieren sich auf die räumliche Abdeckung der Schweizer Wälder (Landesforstinventar) oder auf ertragskundliche Flächen in nicht bewirtschafteten Wäldern (Monitoring Naturwaldreservate Schweiz). Eine vierte Gruppe von Beständen wird intensiv erfasst, um verschiedene Funktionen des Ökosystems wie Nährstoffe, Wasser- und Kohlenstoffzyklen zu untersuchen (Langfristige Waldökosystemforschung).

 

Anhand dieser Datensätze werden unter anderem Prozesse wie Baumwachstum, Mortalität und Regeneration unter dem Einfluss von waldbaulichen Interventionen und Umweltfaktoren ausgewertet. Durch den Aufbau und den Erhalt dieser Bestandsnetzwerke unterstützen wir auch intensiv Projekte mit dem Schwerpunkt Waldfunktion. Diese Projekte sind für ihre Messungen der Baumphysiologie, verschiedener Pools und Strömungsbewegungen und für die Entwicklung und das Testen von Wachstumsmodellen auf Wachstums- und Ertragsdaten angewiesen. In intensiver internationaler Zusammenarbeit werden oft Datensätze kombiniert und ausgebaut, und die Allgemeingültigkeit und Robustheit der Ergebnisse geprüft und die Forschungsqualität maximiert.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die gute, beständige Verbindung zu den Schweizer Förstern, die die meisten Wälder bewirtschaften, in denen sich die Bestände befinden. Von ihnen erhalten wir auch Anstösse zu wichtigen Themen für neue Projekte. Weitere Beispiele für unsere waldbaulichen Netzwerke sind die Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen, die eine hervorragende Plattform zur Vorstellung von Ergebnissen praktischerer Forschungsprojekte bietet, sowie der «Verbund Waldbau», eine Gruppe von Waldbaufachleuten, die in Forschung und Lehre tätig sind und die Waldbauforschung und -lehre in der Schweiz vorantreiben wollen.

 

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