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Dossier: Die Schweiz im Klimawandel

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Der Klimawandel macht vor der Schweiz nicht halt – ganz im Gegenteil. An der WSL erforschen wir den Einfluss eines veränderten Klimas auf Ökosysteme, insbesondere auf Wälder und Wasserressourcen. Im aktuellen Kontext der Energiewende untersuchen wir ausserdem die für die Energiewende notwendige Ressourcenverfügbarkeit sowie mögliche Auswirkungen von neuen und veränderten Nutzungsansprüchen. 

 

Seit etwa dreissig Jahren steigen die Temperaturen in der Schweiz zweimal so schnell wie im weltweiten Durchschnitt für die gesamte Welt. Diese Änderungen manifestieren sich in insgesamt milderen Wintern und häufigeren Hitzeperioden im Sommer. Des Weiteren sagen alle Klimamodelle intensivere Starkniederschläge und häufigere und intensivere Trockenperioden voraus, letzteres vor allem nach 2050. 

 

Der Klimawandel beeinflusst die Wasserressourcen

An der Forschungsanstalt WSL untersuchen wir die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen in unserem Land: erhöhte Gefahr von Überschwemmungen, Wasserknappheit durch zunehmende Trockenheit, Einfluss des Klimawandels auf Wasserkraft und Geschiebetransport, weniger Schneefall in unteren und mittleren Höhenlagen, Auftauen des Permafrosts. 

Wälder im Umbruch

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder werden ebenfalls intensiv erforscht: Mit Messungen und Beobachtungen, was die Vergangenheit betrifft, mit Modellen, um in die Zukunft zu blicken. Trockenperioden und zunehmende Temperaturen verändern das Wachstum und die Physiologie der Bäume. Wärme und Trockenheit machen die Bäume oft anfälliger für Insekten, Pilzkrankheiten und Mikroorganismen. Warme Vegetationsperioden verkürzen beispielsweise die Entwicklungsdauer der Borkenkäfer.   

An extremen Standorten werden bestimmte Baumarten von anderen, besser angepassten verdrängt. Zusätzlich breiten sich gebietsfremde Arten aus, beispielsweise die mediterrane, immergrüne Hanfpalme im Tessiner Unterholz. Umgekehrt wird die Fichte im Schweizer Mittelland und in den tiefen Lagen des Juras, der Voralpen und der Alpen zurückgehen. Im Wallis verfolgen die Forscher der WSL sehr genau den Rückgang der Waldföhre zugunsten der Flaumeiche, die gegen Hitze und Trockenstress im Sommer besser gewappnet ist.

 

Umsetzung in die Praxis wichtig 

Welche Massnahmen können Forstleute in diesem Kontext der Unsicherheit ergreifen? Wie ist zu gewährleisten, dass die Wälder auch in Zukunft ihre verschiedenen Funktionen erfüllen, und insbesondere gegen Naturgefahren schützen? Die WSL arbeitet an Lösungen, um die Risiken des Klimawandels zu minimieren. Dies beinhaltet die Wahl geeigneter, beispielsweise trockenheitsresistenterer Baumarten und Baumarten-Mischungen. Aber auch die erneuerbare Ressource Holz und mit ihr die heimische Holzproduktion wird wieder an Bedeutung gewinnen, da Holz als Baustoff und Energiequelle zur Reduktion der CO2-Emissionen beitragen kann.

In Bereichen wie Raumentwicklung, Tourismus und Landwirtschaft stehen Politik und Gesellschaft ebenfalls vor der Herausforderung, auf verschiedenen Ebenen breit akzeptierte und ökonomisch tragbare Strategien der Klimaanpassung zu entwickeln.

Energiewende - Der Beitrag der WSL-Forschung 

Die Schweiz hat den Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen. Gleichzeitig will sie den CO2-Ausstoss reduzieren, um die Klimaziele zu erreichen. Beides bedingt einen grundlegenden Umbau des Energiesystems, mit Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Die WSL untersucht die für die Energiewende notwendige Ressourcenverfügbarkeit sowie mögliche Auswirkungen von neuen und veränderten Nutzungsansprüchen. Das gemeinsam mit der Eawag lancierte Forschungsprogramm Energy Change Impact (Link zur Seite) bündelt diese Aktivitäten.

Anpassung an den Klimawandel

Mit welchen Strategien und Massnahmen können wir uns an die Folgen des Klimawandels anpassen? Hierfür erfordert es unterschiedliche Reaktionen, welche u.a. den Schutz vor Naturgefahren, als auch Massnahmen zur Reduzierung der Auswirkungen kurz- und langfristiger Veränderungen des Klimas beinhalten. Zusätzlich sollten die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung und Schäden an Gebäuden und Infrastrukturanlagen durch den Klimawandel berücksichtigt werden. Weiter ergeben sich für wetter- und schneeabhängige Branchen Nutzungsänderungen, die sowohl Potentiale wie auch Risiken darstellen, an die es sich anzupassen gilt.

 

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