Navigation mit Access Keys

Waldbrandfolgen

Hauptinhalt

 

Ein Waldbrand vernichtet Tiere und Pflanzen; Siedlungen und Verkehrswege sind nach einem Brand erhöhter Erosions- und Steinschlaggefahr ausgesetzt. Aber: Die Arten kehren bald zurück und ihre Vielfalt übertrifft schon nach wenigen Jahren jene des früheren Waldes.

 

Wie schnell sich der Wald erholt, hängt von der Art und Häufigkeit der Feuer ab. Bei häufigen und intensiven Bränden überleben nur Arten, die sich an Feuer angepasst haben, sogenannte pyro-resistente Arten. Andererseits verändern sich durch den Waldbrand die Lebensbedingungen und begünstigen die Ausbreitung neuer Arten. Nach dem Brand bietet die vorübergehend lichtere Waldstruktur sowie kurzfristig bessere Nährstoffbedingungen gute Lebensbedingungen für viele Tiere und Pflanzen.

 

Einige Baumarten verjüngen sich nach einem Feuer durch Stockausschlag und Sameneintrag erstaunlich rasch. Dadurch erübrigen sich gezielte Baumpflanzungen, wo keine besondere Schutzfunktion zu erfüllen ist. Wenige Jahren nach einem Brand übersteigt die Anzahl an Tier- und Pflanzenarten auf der wiederbesiedelten Brandfläche jene eines intakten Waldes. Die Kenntnisse über die positive Auswirkung auf die Biodiversität und die Verjüngung des Waldes können in die waldbauliche Praxis einfliessen. Quantifizierungen über die Besiedlungszeit helfen dem Waldbewirtschafter abzuschätzen, wann und wo welche baulichen Schutzmassnahmen zu treffen sind, welche Arten bei Pflanzungen optimal sind, und wir rasch die natürliche Wiederbewaldung fortschreitet. Ebenso sind Einsichten über die Entwicklung der Artenvielfalt auf Brandflächen besonders spannend und können im Naturschutz Einfluss finden.

Steinschlag und Erosion setzen ein

So wichtig ökologische Überlegungen zur Wiederbesiedlungen von Brandflächen sein mögen: ein durch Feuer zerstörter Wald ist vor allem ein Sicherheitsproblem – insbesondere in den Bergwäldern in der Schweiz. Waldbrände toben in der Regel an steilen Hängen, was oft schon während des Brandes zu Steinschlag führt. Wenn das Laub und die oberste Humusschicht verbrennen, geraten die destabilisierten Steine ins Rollen. Noch schlimmere Folgen treten nach dem Brand ein: Die durch das Feuer entstandene Ascheauflage ist wasserabstossend, wodurch das Regenwasser für ein bis zwei Jahre kaum in den Boden versickert, sondern oberflächlich abfliesst. Besonders bei starkem Regen entsteht so Erosion. Bei langanhaltendem Regen führt dies sogar zu Murgängen. Auf stark abgebrannten Flächen helfen bauliche Vorkehrungen gegen Steinschlag und Rutschungen.

 

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN