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Der Lärchenwickler

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Berühmter Nachtfalter mit zyklischen Populationsschwankungen

Der Graue Lärchenwickler (Zeiraphera griseana [Hübner]) ist ein kleiner Nachtfalter, der in inneralpinen Tälern quer über die Alpen periodische Massenvermehrungen macht. Seine Raupen fressen dann jeweils so stark an den Lärchen, dass sich im Frühsommer an den Talhängen ganze Wälder rotbraun verfärben. Da die Lärchen nach dem Verpuppen der Raupen nochmals austreiben, werden ihre Kronen im gleichen Sommer wieder grün und können die verminderte Fotosynthese teilweise kompensieren.

Regelmässige Zyklen

Die Massenvermehrungen des Lärchenwicklers finden ungefähr alle 9 Jahre statt. Zwar kommt der Lärchenwickler auch in tieferen Lagen vor, die regelmässigen Zyklen beschränken sich aber auf Gebiete auf 1700–2000 Metern über Meer. Die Zyklen werden durch verschiedene Faktoren gesteuert:

  • Eine schlechtere Nadelqualität in den Jahren nach einem Massenbefall bewirkt eine geringere Eiproduktion der Falter, bis sich die Nadelqualität wieder erholt hat.
  • Schlupfwespen regulieren die Wirtsdichte gemäss Räuber/Beute-Mechanismen.
  • Zwei unterschiedlich Formen des Lärchenwicklers mit verschieden hoher Eiproduktion wechseln sich während eines Zyklus ab.
  • Grosse Mengen von Faltern werden über die Täler des Alpenbogens verfrachtet und ergänzen die lokalen Populationen.

Bedeutung

Die befallenen Lärchen treiben in den Befallsjahren wieder aus, wachsen aber weniger stark. Bäume sterben deswegen selten ab, und wenn, dann meist als Folge von Trockenheit oder von sekundären, rindenbrütenden Käfern.

Da die Raupen bei Nahrungsmangel auf Arven oder Fichten ausweichen, die einen Befall viel schlechter ertragen, beeinflusst der Lärchenwickler auch die Baumartenzusammensetzung der Lärchen/Arvenwälder.

 

 
  

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