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Schutzmassnahmen gegen Mäuse

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Waldbau

Die Beeinträchtigung von Jungwald durch Mäuse hängt stark von waldbaulichen Massnahmen ab. Naturverjüngung ist viel weniger schadenanfällig. Ein Vorbau von Weichlaubhölzern (Holunder, Aspe) wie auch Schlagvegetation mit Himbeeren und Brombeeren wirkt entschärfend auf Mäuseprobleme.

Technische Verhütung

Als chemisches Streichmittel bietet sich Wöbra1 an, das 50% Quarzsand enthält. Der Schutz erfolgt durch Anstrich mit einem Pinsel oder durch Tauchen der Bäume vor der Pflanzung.

Mechanisch lassen sich die Bäume mit dem Schutznetz HOWAG* , Drahtkörben mit < 1 cm Maschenweite oder Baumschutzhüllen wie DOK*, Ando*, Tubex* oder Climatique* schützen.

Fang

Eine weitere mögliche Massnahme ist der Fang der Mäuse mittels Schlagfallen oder Wannen, bzw. Drahtfallen für Schermäuse.

Schlagfallen aus Holz werden in einem Verband von 10 m x 10 m angeordnet oder entlang von Markierungsbändern, beispielsweise alle 2 m. Um Spitzmausfang zu vermeiden, sollten als Köder keine fetthaltigen Substanzen verwendet werden, sondern Rosinen.

Bei den Wannen* haben sich solche mit schwarzer Farbe und drei Einlassgehäusen auf Bodenhöhe am besten bewährt. Die Wannen werden ebenerdig aufgestellt. Die Öffnungen sind mit durchsichtigen Stabklappen versehen, die von innen durch die Mäuse nicht hochgeschleudert werden können. Mit derartigen Fallen wurde eine hochsignifikante Reduktion der Benagung an Probesteckhölzern erzielt. Der Erfolg ist ähnlich wie beim Einsatz von Rodentiziden. Wenn die Fallen ganzjährig in Funktion sind, wird eine schädliche Massenvermehrung von vornherein unterbunden.

Beim Fang sind angrenzende Mäusebiotope einzubeziehen, da die Zuwanderung und Vermehrung der Mäuse sehr hoch ist. Die Fangaktion sollte so kurz wie möglich vor der Schadenzeit, dem Winter, erfolgen, frühestens Ende September.

Schermäuse werden mit der traditionellen Drahtfalle gefangen, die man in die Gänge der Schermaus einlegt oder mit den neuen Fallentypen von Topcat* oder Neudorff*.

Förderung natürlicher Feinde

Natürliche Feinde der Mäuse sind zu fördern. Dazu gehören Fuchs, Marder, Hermelin (Schermaus), Greifvögel, Eulen, Wildschweine. In Gebieten mit Wildschweinen sollten Rehwildzäunungen mit schwarzwilddurchlässigen Pendeltoren versehen sein.

Durch Ausmähen, Mulchen, oder Aussicheln von Konkurrenzvegetation werden die Mäuse einerseits ihrer Deckung beraubt, andererseits verlieren die Mäuse aber eine wichtige Winternahrung, wenn dabei holzige und überdauernde Pflanzen, wie Himbeere und Brombeere entfernt werden. Es gibt auch Hinweise, dass der Austritt von Assimilaten an Jungbäumen, die beim Aussicheln verletzt werden, die Mäuse zum Nagen anregt.

Rodentizide

Rodentizide sind in der Schweiz im Wald nicht zugelassen. In den Nachbarländern wird das Auslegen von Giftködern zur Bekämpfung von Mäusen zwar noch praktiziert, im Zuge einer wachsenden Umweltsensibilisierung wird aber auch dort intensiv nach Alternativen gesucht.

 

*Bezugsquellen von Schutzmitteln

Streichmittel

Wöbra: Intertoresa AG, Baslerstrasse 42, 4665 Oftringen.

Schutznetz

HOWAG: Kunststoffe AG, Schützenmattweg 33, 5610 Wohlen AG, 056 - 619 94 94, E-Mail: hoku@howag.com.

HEEBAG, Albin Heeb AG, 9464 Lienz-Rüti.

Baumschutzhüllen
Ando: ANDO, Wildschadenverhütungssysteme, A.+D. Abbt, Dorfstrasse 9, 5626 Hermetschwil
Tubex und Mono-Baumschutzhülle: PP PET PACK AG, Auf dem Wolf 5, 4028 Basel
Climatique: Forstgärten Jäggi,-Recherswil, Bürgi-Zeihen, Kant. Forstgarten Rodels, J. Kressibucher-Ast-Berg oder Waldwirtschaftsverband Schweiz, Rosenweg 14, 4501 Solothurn.

Mäusefalle Topcat
Topcat GmbH, Jean Malevez, Breitenhof 153, 4451 Wintersingen BL, Tel. 061 971 89 36, e-mail: www.topcat.ch

Neudorffs Wühlmaus-Fänger
www.neudorff.de

Fangwanne
GRUBE KG Forstgerätestelle, Hützeler Damm 38, D-29646 Hützel www.grube.de