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Dürre Buchen und tote Fichten: Sonderausgabe über die Trockenheit 2018

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Die grosse Hitze und Trockenheit im Sommer und Herbst 2019 hinterliessen Spuren in Schweizer Wäldern: Das Laub verfärbte sich bereits im Juli, später starben Buchenkronen ab, die Borkenkäferschäden verdoppelten sich. Die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL lancierte sehr kurzfristig eine Forschungsinitiative, um die Folgen der extremen Trockenheit für die Wälder zu untersuchen. Ein Teil der Ergebnisse sind nun in einer Sonderausgabe der «Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen» erschienen.

 

Schon im Juli 2018 waren in Teilen des Juras und der Nordostschweiz, aber auch im Kanton Aargau, die Blätter von Laubbäumen frühzeitig braun und welk geworden. An Buchen fanden sich auffällige Rindenrisse und absterbende Kronenteile, Fichten erlitten doppelt so hohe Borkenkäferschäden wie im Vorjahr. «Aussergewöhnlich war nicht die Art der Schäden, sondern ihr Ausmass, das in dieser Art in den letzten Jahrzehnten nie beobachtet worden war», schreiben Andreas Rigling und Manfred Stähli von der WSL in ihrer Einleitung zur Sonderausgabe (hier ansehen, kostenpflichtig).

Dass sogar die Buche, die bis dahin als klimawandeltauglicher betrachtet wurde als etwa die Fichte, vielerorts unter der Trockenheit litt, erstaunte die Fachleute. Sie gehen davon aus, dass «Buchen- und Laubmischwälder auf flachgründigen Böden in den tieferen Lagen des Mittellandes, des Juras und der Voralpen mit fortschreitendem Klimawandel über kurz oder lang an ihre Grenzen stossen werden». Für Forstleute und Waldbesitzer, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ihre Wälder für den Klimawandel fit machen müssen, bedeuten diese Erkenntnisse neue Herausforderungen.

 

Trockene Sommer häufiger

Eine Verschnaufpause ist nicht in Sicht. Gemäss den neusten Klimaszenarien für die Schweiz, die im Jahr 2018 veröffentlicht wurden, dürften es sehr trockene Sommer in Zukunft häufiger geben. Im Vergleich zum langjährigen Mittel könnten die Sommerniederschläge um bis zu 40% zurückgehen, Hitzetage um 12 bis 37 Tage zunehmen. Auch das Risiko von Waldbränden wird steigen. Das kombinierte Auftreten von Trockenheit, Stürmen, Krankheiten und Schädlingen kann innert kurzer Zeit Landschaften massiv verändern.

«Mittlerweile herrschen klimatische Bedingungen, die für unsere Generation neuartig sind, und unser Erfahrungswissen stösst zunehmend an seine Grenzen», schreiben Rigling und Stähli. Dies gilt sowohl für die Forschung als auch die Waldbewirtschaftung. Deshalb seien die Erfahrungen mit dem Sommer 2018 eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Szenarien, wie sich der Wald künftig entwickeln wird und welche Bewirtschaftungskonzepte zukunftsfähig sind.

  

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