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Swiss Biomass

 

In Zeiten des Klima- und Energiewandels sind die Bindung von Kohlenstoff (C) und die Bereitstellung von Biomasse wichtige Ökosystemleistungen (ES) des Waldes. An der WSL sind viele Daten vorhanden zur Schätzung des Schaftholzvolumens, aber keine Daten zur direkten Schätzung der gesamten oberirdischen Biomasse am Einzelbaum.

Im WSL internen Pilotprojekt «Swiss Biomass» werden nun Messmethoden evaluiert, um diese Datenlücken zu füllen. Ziel ist es, mittels nicht-destruktiven Messmethoden die Biomasse von Einzelbäumen genauer bestimmen zu können. Diese Biomasseschätzungen sind zentral für das Treibhausgasinventar, das Kyoto Reporting und für die Abschätzung von Holzressourcen und Bioenergiepotentialen.

Für das WSL Projekt «Testpflanzungen» werden ca. 50 Bestände von je einem Hektar gefällt. Das Projekt Swiss Biomass nutzt diese Fällaktionen nun zur destruktiven Datenerhebung für verbesserte Biomassefunktionen. Das Pilotprojekt testet Methoden, mit denen die Biomasse von dicken Bäumen bestimmt werden kann.  Diese destruktive Messmethode wird ergänzt durch vorherige nicht-destruktive Erhebungen am Einzelbaum und am Bestand.

Verschiedenste Messteams der WSL machen an den gleichen beiden Beständen unterschiedlichste Erhebungen. Für die Pilotstudie wurden im Herbst 2020 zwei Bestände ausgewählt, auf welchen ein guterhaltener Altbestand steht, das Waldlabor bei Zürich und Arisdorf bei Basel.

Die Vermessungen des Altbestandes im Waldlabor konnten Ende November 2020 alle erfolgreich vor der Ernte abgeschlossen werden. Dies beinhaltete verschiedenste dendrometrischen Messungen an 363 Bäumen. Zusätzlich wurde der Bestand mittels LIDAR aus der Luft und vom Boden aus vermessen. Um genaueres über den Nährstoffhaushalt des Bestandes zu erfahren, wurden Proben entnommen vom Boden, von Blättern, Nadeln, Aesten und von Rinden.

Während der Fällung in der ersten Hälfte Dezember 2020 wurden 36 ausgewählte Bäume liegend sektionsweise vermessen, das Gewicht wurde mit einer Kranwaage bestimmt, sowie je 5 Stammscheiben entnommen. Die Stammscheiben wurden gewogen (Frischgewicht), an die WSL gebracht und dort weiter prozessiert zur Bestimmung des Frischvolumens, Trockenvolumens und Trockengewichts.

Die Daten im Waldbestand in Arisdorf werden zwischen Ende Dezember 2020 und Ende Januar 2021 analog zu den Feldaufnahmen im Waldlabor erhoben.