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Kulturanleitungen für Waldbäume und Wildsträucher. Anleitungen zur Samenernte, Klengung, Samenlagerung und Samenausbeute sowie zur Anzucht von Baum- und Straucharten

Authors
Publishing year
2018
Series
WSL Berichte 63
Size
104 pages
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Einleitung

Gehölze vermehren sich in der Natur überwiegend generativ, also über Samen. Aus ökologischen, aber auch aus ökonomischen Gründen wird die Naturverjüngung heute stark gefördert. Sie führt zu einem Artenspektrum, welches in der Regel dem jeweiligen Standort optimal angepasst ist und sicherstellt, dass die genetische Vielfalt erhalten bleibt. Für ergänzende Pflanzungen von Waldbäumen und Wildsträuchern werden in der Schweiz zurzeit jährlich 1 bis 3 Millionen Forstpflanzen benötigt. Die zunehmende Klimaveränderung und die Sorge um die Erhaltung der biologischen Vielfalt haben in letzter Zeit wieder ein verstärktes Interesse an der künstlichen Waldverjüngung geweckt.

Die Beschaffung von qualitativ hochstehendem, forstlichem Vermehrungsgut für die künstliche beziehungsweise ergänzende Waldverjüngung, für die Renaturierung von Bachläufen sowie für die Anlage von Hecken und naturnahen Waldrändern braucht viel Erfahrung. Dies hat mehrere Gründe:
Zum einen bilden Waldbäume und Wildsträucher in der Regel nicht jedes Jahr Samen, zum andern ist die Samenernte sowohl am Boden als auch am stehenden Baum meist sehr aufwendig. Die Aufbereitung und Lagerung des Saatgutes der verschiedenen forstlichen Gehölzarten sowie deren Anzucht erfordern ein breites Fachwissen und handwerkliches Geschick. Schliesslich muss wegen der vielfältigen topographischen und klimatischen Gliederung der Schweiz eine grosse Anzahl angepasster Herkünfte (Provenienzen) nachgezogen werden, was den Aufwand vervielfacht.

Für die Saatgutbeschaffung, die Aufbereitung des Saatgutes sowie die Nachzucht von Gehölzen und seltenen Baum- und Straucharten sind heute neue technische Möglichkeiten gegeben, die vor einigen Jahren noch kaum vorstellbar waren. Durch ein besseres Verständnis der physiologischen Prozesse, welche der Samenruhe bzw. dem Abbau derselben sowie der Keimung zugrunde liegen, und durch den Einsatz ausgeklügelter Baumschultechniken können heute viele Arten in grosser Pflanzenzahl nachgezogen werden, die früher als «schwierig zu vermehren» galten.

Die vorliegenden Kulturblättern vermitteln für die Forstpflanzennachzucht Grundlagen, die auf aktuellen Forschungsergebnissen basieren und im Feld erprobt wurden. Gerade letzteres ist für die Praxis besonders wertvoll, denn sowohl der Keimerfolg als auch die Vitalität der Jungpflanzen hängen weitgehend vom richtigen und fachmännisch angewendeten Aufbereitungsverfahren der Samen und von der geeigneten Anzuchtmethode ab.

Wir hoffen, den Betreibern von Forstbaumschulen mit diesen während vieler Jahre zusammengetragenen Erhebungen, Beobachtungen und Erfahrungen ein Rezeptbuch zu geben, welches ihnen die nicht ganz einfache Arbeit bei der Nachzucht von Forstgehölzen erleichtert.

A. Burkart

 

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