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Mit Satelliten erstmals flächendeckend Lawinen erfasst

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Viel Schnee und viele Lawinen: So präsentierte sich der Winter 2017/2018 in den Schweizer Alpen. Während der starken Schneefälle im Januar 2018 gab das SLF grossflächig die höchste Lawinengefahrenstufe 5 (sehr gross) heraus. Bei dieser Gefahrenstufe werden viele sehr grosse und extrem grosse spontane Lawinen erwartet.

 

Bis anhin lagen zwar Informationen über die abgegangenen Lawinen aus Beobachtermeldungen oder Helikopterüberflügen vor, jedoch nicht flächendeckend. Ein Teil dieser Lawinen wurde anhand von Fotos digitalisiert, oft wurden aber nur Anzahl und Grösse in einem Gebiet vermerkt.

Zur Dokumentation der Lawinenaktivität im Januar 2018 konnte das SLF nun erstmals auf optische Satellitendaten zurückgreifen. Die Aufnahmen umfassen eine Fläche, die fast einem Drittel der Schweiz entspricht. SLF-Mitarbeiterin Elisabeth Hafner kartierte anhand der Fotos die Umrisse aller Lawinen in den Gebieten, in denen die höchste Gefahrenstufe herrschte, sowie in angrenzenden Gebieten – insgesamt 18 737 einzelne Lawinen. «Eine Herausforderung waren die Flächen, die im Schatten liegen. Auch Windstrukturen im Schnee können auf den Satellitenaufnahmen Lawinen ähnlich sehen», sagt Hafner. Trotzdem: Noch nie zuvor wurde eine Lawinenperiode derart vollständig und genau erfasst. Die Daten bieten eine wertvolle Möglichkeit für die Lawinenwarnung, um im Nachhinein zu überprüfen, ob die Einschätzung der Lawinengefahr zutreffend war. Zudem dienen die Daten der Validierung von Gefahrenzonen sowie zu Forschungszwecken. (Sara Niedermann, Diagonal 1/19)