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Otto Ulrich Bräker
WSL CH-8903 Birmensdorf
Professur Forsteinrichtung und Waldwachstum ETH Zürich
Skript: Prof. Dr. Peter Bachmann
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Inhalt Script:
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Waldwachstums
3 Wachstum des einzelnen Baumes
4 Bestandeswachstum
5 Beeinflussung des Baum- und Bestandeswachstums
6 Wachstumsmodelle
7 Entwicklung im Forstbetrieb
Literaturverzeichnis
Glossar
Repetitorien
Lösungen

Waldwachstum I/II
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32 Höhe
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Link zum maximalen Höhenwachstum am Einzelbaum in ausgewählten Beispielen (Fullscreen Modus wählen)

Wie Baumhöhen gemessen werden können: System Christen

Link zu den forstlichen Messgeräten für die Baumhöhe in englisch.

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Als Höhe des Baumes bezeichnen wir die lotrechte gemessene Entfernung zwischen Stock und oberstem Punkt der Krone (distance entre le collet à ras de terre et le sommet du houppier, distanza tra il colletto rasoterra ed il punto più alto del cimale).

Es lassen sich Höhenwachstum im Tages-, im Jahres- und im Lebensablauf unterscheiden. Tages- und Jahresablauf werden vor allem in der Waldökologie behandelt (Kapitel 41, speziell Abb. ES.9d, ES.9e, ES.9i).

Im Jahresverlauf hat die Höhenwachstumskurve die charakteristische Form eines gestreckten S. Die Zuwachskurve kann eingipflig und fast symmetrisch sein (Nadelbäume) oder auch asymmetrisch bis zweigipflig (Laubbäume, speziell solche mit Johannistriebbildung).

Das Höhenwachstum beginnt in Tieflagen zwischen Anfang April und Mitte Mai und endet zwischen Mitte Juli und Ende August. Im Gebirge setzt es später ein und dauert weniger lange. Es ist von der Baumart, von der Provenienz und vom Standort abhängig.

Früh mit dem Höhenwachstum beginnen vor allem schnellwüchsige, frostresistente Lichtbaumarten (z.B. Föhre, Erle, Birke, Pappel), spät eher langsamwüchsige, frostgefährdete, schattenertragende Baumarten (z.B. Tanne, Buche).

Beispiele: Abb. 32.2 und 32.3

Auch im Lebensablauf hat die Höhenwachstumskurve die Form eines gestreckten S. Die Zuwachskurve ist eingipflig asymmetrisch, hat aber oft vier statt nur zwei Wendepunkte (Abb. 32.1).

Abb. 32.1: Höhenzuwachskurve: Die Jugendphase J dauert bis zum ersten Wendepunkt, in ihr erfolgt primär die Mischungsregulierung. In der Hauptphase H zwischen dem ersten und zweiten Wendepunkt kommt die Auslesedurchforstung zum Zug, in der Altersphase A zwischen zweitem und viertem Wendepunkt die Lichtwuchsdurchforstung. Zuletzt folgt die Senilitätsphase S.

Auf guten Standorten kulminiert der Höhenzuwachs früher und höher als auf schlechteren Standorten.

Der Höhenzuwachsverlauf ist neben dem Standort stark von der Baumart abhängig. In der Jugend sind die Laubbäume auf guten Standorten den Nadelbäumen überlegen (vgl. Abb. 32.4). Die Berücksichtigung dieser Unterschiede ist von entscheidender Bedeutung für die Jungwuchs- und Dickungspflege und speziell für die Mischungsregulierung.

Abb. 32.2: Jährlicher Verlauf des Höhenzuwachses verschiedener Baumarten (BURGER 1926).

Abb. 32.3: Jährlicher Verlauf des Höhenzuwachses verschiedener Lärchenarten (BURGER 1926).

Abb. 32.4: Höhenwachstum verschiedener Baumarten in der Jugend (FLURY 1895).

Abb. 32.5: Jährlicher Höhenzuwachs (Bestandeshöhe) verschiedener Baumarten auf gleichem Standort (nach MAYER 1977, in SCHUETZ 1982; Vorlesung Waldökologie, S. 9).

Im gleichaltrigen Wald wird das Höhenwachstum mitherrschender und unterdrückter Bäume infolge Konkurrenz stark gehemmt. Bei herrschenden und vorherrschenden Bäumen ist der Einfluss der Konkurrenz auf die Höhe gering (deshalb wird die Oberhöhe, die Höhe der 100 stärksten Bäume je ha, für die Bonitierung verwendet; vgl. Kapitel 62).

Im Plenterwald dagegen bewirkt die Unterdrückung eine Umprägung, das heisst, der unter Druck stehende Baum bleibt physiologisch jung bis zu seiner Freistellung (vgl. Abb. 32.4).

Abb. 32.6: Höhenzuwachs und Höhenwachstum von drei verschiedenen Bäumen mit unterschiedlichen Wachstumsbedingungen (aus KURT 1980: Vorlesung Ertragskunde, 113.2). Vergleiche mit Abb. 33.1 bezüglich Durchmesserwachstum und mit Abb. 36.2 bezüglich Volumenzuwachs.

Besondere Verhältnisse gelten in Mischbeständen:

  • Nach KENNEL 1965 wächst die Fichte im Reinbestand rascher und erreicht die Endhöhe früher als im Mischbestand mit Buche. Bei der Buche dagegen gibt es kaum Unterschiede.
  • BURGER 1941 stellt für die Buche sogar eine grössere Höhe im Buchen-Fichten-Mischbestand fest als im Reinbestand. Dagegen ist die Lärche im Buchen-Lärchen-Mischbestand sowohl nach Höhe wie nach Kronenlänge schlechter als im Reinbestand (vgl. Kapitel 32, Abb. 32.7).

Quervergleiche:

Anwendung des Backman‘schen Gesetzes (Kapitel 242)
Wurde zuerst für das Höhenwachstum entwickelt
Der Höhenzuwachs kulminiert vor dem Erreichen der halben Endhöhe
Organische und physikalische Zeit
Funktion von Schumacher für die Baumhöhe h = a . e( -b/t)

Abb. 32.7: Baumhöhen und Höhen des Kronenansatzes in Mischbeständen (BURGER 1941).

Aufgabe: Interpretieren Sie diese Kurven

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Section for Silvicultural strategies
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