[WSL] Forschung Dienstleistungen Neues

Otto Ulrich Bräker
WSL CH-8903 Birmensdorf
Professur Forsteinrichtung und Waldwachstum ETH Zürich
Skript: Prof. Dr. Peter Bachmann
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Inhalt Script:
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Waldwachstums
3 Wachstum des einzelnen Baumes
4 Bestandeswachstum
5 Beeinflussung des Baum- und Bestandeswachstums
6 Wachstumsmodelle
7 Entwicklung im Forstbetrieb
Literaturverzeichnis
Glossar
Repetitorien
Lösungen

Waldwachstum I/II
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33 Durchmesser
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Link zum Exkurs "Holzanatomie", nach Schweingruber FH 1990: Mikroskopische Holzanatomie.WSL Birmensdorf 226 S.
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siehe dazu auch Abbildungen 58+68 von Schmitt M, 1994, Durchmesserwachstum und Durchmesserzuwachs

Link zum Exkurs Dickenwachstum von Bäumen (Fullscreen Modus wählen)

sowie Growth Layer Profile - Ring width aus Vorlesung FOR322 Forest Resource Measurements and Analysis von Eddie Bevilacqua, Syracuse, NY.



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Ohne nähere Bezeichnung versteht man unter Durchmesser in der Waldmesskunde immer den Brusthöhendurchmesser, über der Rinde gemessen (d1.3, BHD). Selbstverständlich kann auch das Wachstum jedes anderen Durchmessers an einem Baum beobachtet und analysiert werden.

Bei unseren Bäumen lässt sich das Durchmesserwachstum an den Jahrringen ablesen. Dies ist möglich, weil gegen Ende der jährlichen Wachstumsperiode dickwandige Zellen gebildet werden, die sich deutlich abgrenzen gegen die dünnwandigen Zellen des folgenden Frühjahres. Die Jahrringgrenzen sind nicht bei allen Baumarten gleich gut erkennbar, schlecht zum Beispiel bei Schwarzerle, Hagebuche, Rosskastanie, Linde und Birke (KRAMER 1988, S. 58). Keine vergleichbaren Jahrringe haben Bäume in den Tropen und Subtropen.

In extremen Jahren kann die Bildung eines Jahrringes ganz ausbleiben oder nur im oberen Teil des Stammes erfolgen (sog. auskeilende Jahrringe). Ausnahmsweise können in einem Jahr auch zwei Jahrringe gebildet werden, z.B. nach einer extremen Trockenheit oder nach einem starken Insektenbefall während der Dickenwachstumsperiode.

Die Wachstums- und Zuwachskurven des Durchmessers sind ähnlich wie jene der Höhe, und zwar im Jahresablauf wie im Lebensablauf.

Das jährliche Durchmesserwachstum setzt nach dem Höhenwachstum ein. Im Mittelland dauert es für Nadelbäume etwa von Mitte Mai bis Ende September und bei Laubbäumen von Anfang Mai bis Ende August. Das Durchmesserwachstum hält länger an als das Höhenwachstum, variiert stärker und kulminiert weniger ausgeprägt (Höhenwachstum hat "Vorrang"). Im Gebirge beginnt das Durchmesserwachstum später und dauert weniger lang als im Flachland.

Auch im Lebensablauf hält der Durchmesserzuwachs viel länger an als der Höhenzuwachs. In gleichförmigen, geschlossenen Beständen kann der Durchmesserzuwachs noch vor dem Höhenzuwachs kulminieren, manchmal in den ersten Lebensjahren (KRAMER 1988, S. 60/61). Meistens kulminiert der Durchmesserzuwachs aber nach dem Höhenzuwachs, und bei Laubbäumen in der Regel früher als bei Nadelbäumen (vgl. Abb. 33.1).

Der Durchmesserzuwachs ist stark von der Standortsgüte abhängig, besonders aber - und dies viel stärker als der Höhenzuwachs - von den Umwelt- und Konkurrenzbedingungen (z.B. Standraum, vgl. Kapitel 5).

Einen charakteristischen Verlauf nehmen die Durchmesserzuwachskurven im Plenterwald (vgl. Abb. 33.2), wo das Wachstum sehr lange Zeit auf hohem Niveau verbleiben kann. Dies dürfte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass Plenterwaldbäume, wenn sie einmal zur Oberschicht gehören, praktisch als Individuen ohne wesentliche Konkurrenzierung wachsen können.

Abb. 33.1: Durchmesserzuwachs und Durchmesserwachstum von drei verschieden Bäumen mit unterschiedlichen Wachstumsbedingungen (aus KURT 1980: Vorlesung Ertragskunde, 121.3). Vergleiche mit Abb. 32.6 bezüglich Höhenwachstum.

Abb. 33.2: Durchmesserzuwachs von Plenterwäldern auf verschiedenen Standorten (aus SCHUETZ 1989: Vorlesung "Der Plenterbetrieb", S. 5).

Weil ein Baum selten kreisrund ist und weil die Umwelteinflüsse nicht aus jeder Richtung gleich wirken, ist der Durchmesserzuwachs nicht überall gleich (Abb. 33.3).

Abb. 33.3: Streuung der Jahrringbreite bei einer Lärche (aus KURT 1980: Vorlesung Ertragskunde, 103.1).

Der Durchmesserzuwachs ändert sich auch mit der Höhe am Stamm. Ein Minimum ist bei etwa 0.2-0.3 h (von unten gemessen) festzustellen, das Maximum oft am unteren Rand der Lichtkrone (Abb. 33.4 und Abb. 33.5).

Abb. 33.4: Durchmesserzuwachs einer im Bestandeschluss gewachsenen Fichte (Modellstamm V nach v. GUTTENBERG, in KRAMER 1988, S. 62).

Abb. 33.5: Relativer Durchmesser- und Grundflächenzuwachs einer 24 m hohen Föhre, bezogen auf den Wert in 1,3 m Höhe (nach WECK 1955, in KRAMER 1988, S. 63).

Abb. 33.6: Jahrringbreiten einer Fichte (d1.3 55 cm, h 34 m) aus einem gleichaltrigne Hochwald und von zwei Tannen aus einem Plenterwald (Nr. 30: d1.3 19 cm, h 17 m, Nr. 116: d1.3 43 cm, h 25 m).

Frage: Wie interpretieren Sie diese Kurvenverläufe?

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Affiliation:
Swiss Federal Institute for Forest, Snow and Landscape Research
Section for Silvicultural strategies
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