[WSL] Forschung Dienstleistungen Neues

Otto Ulrich Bräker
WSL CH-8903 Birmensdorf
Professur Forsteinrichtung und Waldwachstum ETH Zürich
Skript: Prof. Dr. Peter Bachmann
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Inhalt Script:
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Waldwachstums
3 Wachstum des einzelnen Baumes
4 Bestandeswachstum
5 Beeinflussung des Baum- und Bestandeswachstums
6 Wachstumsmodelle
7 Entwicklung im Forstbetrieb
Literaturverzeichnis
Glossar
Repetitorien
Lösungen

Waldwachstum I/II
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37 Qualität und Wert
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siehe dazu auch Überblick zu Qualitäts- und Wertmerkmalen

siehe Bildschau "Schadenbilder", für optimale Darstellung Bildschirmpräsentation anwählen

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Wenn wir hier von Qualität und Wert sprechen, wird der Baum vom Produktionsmittel zum Produkt, zerlegen wir ihn in Gedanken in verschiedene Sortimente.

Die verschiedenen Qualitätsmerkmale können zum Beispiel wie folgt gegliedert werden:

Positive Qualitätsmerkmale

  • Vollholzigkeit
  • langer, durchgehender Schaft
  • gleichmässiger Jahrringbau
  • Feinjährigkeit (z.B. Resonanzholz, z.T. für Eichenfurnier)
  • Verkernung

Negative Qualitätsmerkmale

  • Form: Abholzigkeit, Ovalität, Krümmung, Gabelung, Drehwuchs
  • Astigkeit: abhängig von Erbanlagen und Konkurrenz, häufig (neben Schäden) wichtigstes Qualitätsmerkmal
  • Verschiedene Merkmale: Unregelmässiger Jahrringbau (Extremfall Ringschäle), ungenügende Verkernung, Farbfehler (z.B. Braunkern der Esche), Reaktionsholz (Buchs)
  • Schäden: Frostrisse, Trockenrisse, Blitz-, Hagel- und Sonnenbrandschäden, Windrisse und -brüche, Harzgallen, Stammfäule und andere Pilzschäden, Insektenschäden, Mistelbefall, Beschädigungen (Fege- und Schälschäden, Holzernteschäden usw., meist mit nachfolgender Verfärbung oder Fäule).

Die meisten Qualitätsmerkmale sind von den Erbanlagen, vom Standort, vom Alter und von äusseren Einflüssen abhängig. Beispiele:

  • Erbanlagen: Feinastigkeit, Verzwieselung, z.T. Verkernung
  • Standort: Form (Voll-, resp. Abholzigkeit), Buchs, Beschädigungen
  • Alter: Verkernung, Dimensionen für Furnier, Schadenanfälligkeit
  • Aeussere Einflüsse: Astigkeit, Jahrringbau, Form, Schäden

Unter Wert verstehen wir in diesem Zusammenhang den erntekostenfreien Erlös (Deckungsbeitrag I pro Sortiment, pro Baum):

  • Der Erlös ist abhängig von der Baumart, vom Volumen, von der Dimension, von der Qualität und von der Holzmarktlage.
  • Die Kosten werden beeinflusst von der Dimension, vom Wuchsort des Baumes (Erschliessung, Hangneigung, Bodenbedeckung), von der betrieblichen Infrastruktur, von der Witterung, vom Arbeitsmarkt und vom Lohnniveau. Ebenfalls auswirken können sich Baumart (Unterschied Nadel-/Laubholz) und extreme Qualitätsmerkmale.

Die Unterschiede im Wert der verschiedenen Sortimente sind recht gross, wie Abb. 37.1 zeigt.

Die Wertsprünge zwischen den verschiedenen Sortimenten bewirken, dass sich der Wert pro Baum bei bestimmten Dimensionen ebenfalls sprunghaft ändert (vgl. Abb. 37.2 und Abb. 37.3 bis 37.5). Diese Sprünge sind bei Nadelbäumen mit Langholzsortierung extremer als bei Laubbäumen oder bei Nadelholz-Trämeln.

Für die Wertberechnung am stehenden Baum hat sich folgendes Vorgehen bewährt:

  • Festlegen der örtlich gültigen erntekostenfreien Erlöse pro Sortiment
  • Rechnerische Zerlegung des Stammes in Sortimente (keine Zumasse), entweder unter Verwendung unechter Ausbauchungsreihen und von Rindenprozentwerten oder mit Schaftformfunktionen.

Diese Berechnung kann automatisiert und damit wesentlich erleichtert werden. Entsprechende Programme existieren in Verbindung mit der Kontrollstichprobenmethode der WSL (BACHMANN 1986).

Sortiment
I II III IV Schichtholz i. R.
Erntekosten inkl. Rücken
Laub-Rundholz
Nadellangholz in Rinde
Nadellangholz entrindet

31
25
35

32
27
37

34
30
50

37
35
65

70
70
70
Marktpreise
Eiche a
Eiche s
Eiche f
Buche n
Fichte entrindet (n)
Lärche in Rinde n

557
429
343
195
190
240

446
343
274
172
171
208

364
280
224
149
144
176

278
214
171
126
126
144


57

79
86
50
Erntekostenfreier Erlös
Eiche a
Eiche s
Eiche f
Buche n
Fichte entrindet (n)
Lärche in Rinde n

526
398
312
164
155
215

414
311
242
140
134
181

330
246
190
115
94
146

241
177
134
89
61
109


-13

9
16
-20

Abb. 37.1:

Erntekosten, Marktpreise und erntekostenfreie Erlöse in Fr./m3 für verschiedene Sortimente, Mittellandbedingungen, Preis- und Kostenbasis 1982/83 (zusammengestellt aus BACHMANN 1986, Tab. 2, 4, 5 und 29).

Bezeichnung

Klasse

 

I

II

III

IV

Esche
Länge
Ø o.R. bei 2m
doppelte Rindendicke
BHD m.R.
m
cm
cm
cm
4
60
3
65
4
50
3
55
4
40
3
45
4
30
3
34
Fichte
Länge
Ø o.R.am oberen Ende
doppelte Rindendicke
BHD m.R.
m
cm
cm
cm
18
30
2
50
18
22
2
40
16
17
2
30
14
14
2
25

Abb. 37.2:

Mindest-BHD in cm mit Rinde für das Erreichen bestimmter Sortimentsklassen, gerechnet für Bäume gemäss Tarif I, Kanton LU, unter Verwendung unechter Ausbauchungsreihen nach MITSCHERLICH, aus Vorlesung Dendrometrie, Kap. 221.

Abb. 37.3: Werttarif für Fichte Bonität 24 m, Preis- und Kostenbasis 1982/83. Aus BACHMANN 1986, S. 27.

Abb. 37.4: Werttarif für Buche Bonität 22 m, Preis- und Kostenbasis 1982/83. Aus BACHMANN 1986, S. 27.

Qalitätstypen für Abb. 37.3 und 37.4:
Qualitätstyp 1: 1/4 a + 1/4 n für Laubbäume, 1/3 a + 1/3 n für Nadelbäume
  "  2: 1/2 n  "  "  , 2/3 n  "  "
  "  3: 1/4 n + 1/4 f  "  "  , 1/3 n + 1/3 f  "  "
  "  4: 1/2 f  "  "  , 2/3 f  "  "
  "  5: nur Schichtholz

Abb. 37.5: Werttarif für Fichte, Föhre, Lärche, Buche, Eiche und Esche, Qualtitätstyp 1 (a/n), auf gutem Standort, Preis- und Kostenbasis 1982/83. Aus BACHMANN 1986, S. 28.

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Swiss Federal Institute for Forest, Snow and Landscape Research
Section for Silvicultural strategies
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internet: www.wsl.ch/forest/waldman/fgrowth/oub/

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