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Otto Ulrich Bräker
WSL CH-8903 Birmensdorf
Professur Forsteinrichtung und Waldwachstum ETH Zürich
Skript: Prof. Dr. Peter Bachmann
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Inhalt Script:
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Waldwachstums
3 Wachstum des einzelnen Baumes
4 Bestandeswachstum
5 Beeinflussung des Baum- und Bestandeswachstums
6 Wachstumsmodelle
7 Entwicklung im Forstbetrieb
Literaturverzeichnis
Glossar
Repetitorien
Lösungen

Waldwachstum I/II
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45 Grundflächenentwicklung
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Die Grundfläche eines Bestandes ist die Summe der Grundflächen aller Bäume des Bestandes, normalerweise bezogen auf Brusthöhe und ausgedrückt in m2 pro Hektare. Allenfalls ist die massgebende Kluppschwelle anzugeben.

m2 / ha

G kann auf verschiedene Weise ermittelt werden. Am einfachsten ist die Winkelzählprobe von BITTERLICH (vgl. Vorlesung Dendrometrie). Neben der Grundfläche des verbleibenden Bestandes ist die Grundfläche des ausscheidenden Bestandes zu berücksichtigen.

Die Grundfläche wird verwendet als Mass für die Dichte eines Bestandes. Sie ist dazu besser geeignet als z.B. die Stammzahl. Der Bestockungsgrad gibt das Verhältnis an zwischen der Grundfläche eines vorhandenen Bestandes zu jener einer passenden Ertragstafel (eines Modelles). Der Bestockungsgrad kann auch grösser als 1 sein.

Weil für die Angabe des Bestockungsgrades die Bezugsgrösse einer passenden Ertragstafel bekannt sein muss, kann er nicht immer einfach ermittelt werden. In vielen Fällen, besonders bei Durchforstungsversuchen, wird deshalb der natürliche Bestockungsgrad ermittelt als Quotient der Grundfläche eines behandelten Bestandes zu jener eines gleichalten unbehandelten Bestandes auf dem gleichen Standort. ASSMANN 1961 verwendet den Begriff Grundflächenhaltung. Er unterscheidet

 

maximale Grundflächenhaltung

auf dem betreffenden Standort höchstmögliche Grundfläche lebender Bäume (in einem undurchforsteten und ungeschädigten Bestand)

 

optimale Grundflächenhaltung

Grundfläche, bei welcher der maximale Volumenzuwachs erreicht wird

 

kritische Grundflächenhaltung

Grundfläche, bei welcher noch 95 % des maximalen Volumenzuwachses geleistet werden

Abb. 45.1: Schematische Darstellung der maximalen, optimalen und kritischen Grundflächenhaltung (nach ASSMANN 1961, in KRAMER 1988, S. 86).

Abb. 45.2: Relativer periodischer Volumen- (IV) und Wertzuwachs (IW) in Abhängigkeit von der relativen mittleren Grundflächenhaltung (mGH) im Fichtendurchforstungsversuch Dalby nach CARBONNIER 1957 in KARMER 1988, S. 86.

Die Grundfläche eines unbehandelten Bestandes nimmt bis ins höchste Alter zu. Der Verlauf der Wachstumskurve von G ist sinngemäss gleich wie für den Einzelbaum.

Ähnlich verläuft die Wachstumskurve für G der Gesamtproduktion (G des verbleibenden + G des ausscheidenden Bestandes, vgl. Abb. 45.3). Dagegen ist die Wachstumskurve von G des verbleibenden Bestandes durch periodische Reduktionen als Folge der waldbaulichen Eingriffe charakterisiert. Je nach Durchforstungsart und Durchforstungsstärke ist die Entwicklung der Bestandesgrundfläche des verbleibenden Bestandes sehr verschieden.

Abb. 45.3: Grundsätzlicher Verlauf der Wachstumskurve von G.

Der Zuwachs der Bestandesgrundfläche (IG) kulminiert früher als jener des Grundflächenmittelstammes (ig). Der Kulminationspunkt ist meistens so früh, dass er in den gebräuchlichen Ertragstafeln nicht mehr zu erkennen ist (ab Alter 20 oder 30 Jahre ist IG bereits auf dem absteigenden Ast der Kurve).

Begründung: Der Zuwachs des Grundflächenmittelstammes ig hängt nur vom Durchmesser und vom Durchmesserzuwachs der verbleibenden Bäume ab. IG dagegen wird zusätzlich von der Stammzahl/ha beeinflusst: IG = N . ig. Weil N mit dem Alter abnimmt, kulminiert IG vor ig (vgl. Abb. 45.4).

Abb. 45.4: Grundsätzlicher Verlauf der Wachstumskurven der Bestandesgrundfläche (IG) und der Grundfläche des Grundflächenmittelstammes.

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