[WSL] Forschung Dienstleistungen Neues

Otto Ulrich Bräker
WSL CH-8903 Birmensdorf
Professur Forsteinrichtung und Waldwachstum ETH Zürich
Skript: Prof. Dr. Peter Bachmann
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Inhalt Script:
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Waldwachstums
3 Wachstum des einzelnen Baumes
4 Bestandeswachstum
5 Beeinflussung des Baum- und Bestandeswachstums
6 Wachstumsmodelle
7 Entwicklung im Forstbetrieb
Literaturverzeichnis
Glossar
Repetitorien
Lösungen

Waldwachstum I/II
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5533 Neuartige Waldschäden,
Neue ausländische Arbeiten
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ABETZ 1988 hat im Forstbezirk Münsingen auf der Schwäbischen Alb (zwischen Tübingen und Ulm) 42 Altbuchen (1985 im Mittel 136jährig) und 37 Jungbuchen (1986 im Mittel 65jährig), alle vorherrschend und herrschend, stehend und liegend untersucht (Schadklasse, Krone, Stellung, Alter, Höhen- und Durchmesserwachstum, vgl. Abb. 55.30 und 55.31):

  • Die Altbuchen zeigen in den letzten Jahrzehnten ein gegenüber der Ertragstafel besseres Höhenwachstum, vor allem auf besser wasserversorgten Standorten. Dies weist auf kontinuierliche Standortsverbesserungen hin (mögliche Gründe: Bodenregeneration nach Weide und Streunutzung, steigende Stickstoffeinträge, erhöhter CO2-Gehalt der Luft).
  • Jungbuchen wachsen auf gleichem Standort deutlich besser als Altbuchen (Grund: Standortsverbesserung?).
  • Alt- und Jungbuchen haben gleichläufige Jahrringentwicklungen, besonders auch in Trockenjahren. In einzelnen Jahren erholten sich die Altbuchen aber nicht so schnell oder fielen weiter ab (z.B. 1946 und 1984 konnten Buchen-Vollmasten mit starken Zuwachsverlusten nachgewiesen werden).
  • Geschädigte Buchen gibt es auf allen Standorten in ähnlichem Ausmass. Oft ist die Leistung geschädigter Buchen in den letzten Jahren sogar höher. Auffallend ist, das gesunde Buchen früher tiefere h/d-Werte hatten, also offenbar früher freigestellt wurden und damit auch ein tiefer reichendes Wurzelnetz ausbilden konnten.

Abb. 55.30: Mittlerer Radialzuwachs (ir) und h/d-Werte von Jung- (JuBu) und Altbuchen (AlBu) auf der Schwäbischen Alb, getrennt für dGZ 7 (oben), dGZ 6 (mitte) und dGZ 5 (unten), nach ABETZ 1988.

Abb. 55.31: Mittlere Höhe, Brusthöhendurchmesser und h/d-Werte von 14 gesunden und 8 geschädigten Buchen auf der Schwäbischen Alb, nach ABETZ 1988.

KENK 1988c geht davon aus, dass die Rolle der Luftschadstoffe vorsichtiger beurteilt wird und dass die Wachstumsdifferenzen nach "Schadklassen" oft auf lange zurückliegende Witterungsextreme als Auslöser hinwiesen. Er untersucht deshalb das flächenbezogene Zuwachsniveau im Sinne von WIEDEMANN: "Der beste Massstab für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit eines Standortes ist ... die Wuchsleistung...".

Analysiert werden Ergebnisse aus 125 Fichten-Versuchsflächen in Baden-Württemberg mit mindestens 20-30, im Mittel 40-60, maximal 80 Jahren Beobachtungszeitraum.

Das Niveau des laufenden periodischen Volumenzuwachses ist ab mittlerem Alter deutlich höher als nach standörtlich-ertragskundlichen Untersuchungen oder nach Ertragstafel zu erwarten wäre. Der Beginn liegt in den 50er- bis Anfang der 60er-Jahre, es folgt eine Abschwächung 1972-1976, und dann wieder ein Anstieg. Sogar in Fichten-Beständen des Hochschwarzwaldes mit ausgeprägten Schadenbildern betragen die aktuellen Volumenzuwächse in 55- bis 95jährigen Beständen 70-140 % der Ertragstafelwerte.

Untersuchungen bei anderen Baumarten zeigen weitgehend analoge Ergebnisse.

Es müssen wachstumsfördernde Standortsveränderungen vermutet werden (Stickstoff, CO2, Witterung, Bestandesbehandlung). Für die Zukunft wichtig ist interdisziplinäre, langfristige Forschung!

Abb. 55.32: Jährlicher Volumenzuwachs von Fichtenbeständen in % der Ertragstafel WIEDEMANN (1936/42) für verschiedene Wuchsgebiete in Baden-Württemberg (oben und links) sowie Vergleich des Höhenwachstums von Fichten des heutigen Bestandes und des Vorbestandes auf zwei verschiedenen Versuchsflächen, nach KENK 1988c

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