Dunkler Goldafter

Euproctis chrysorrhoea

Baumarten

Obstbäume, Laubholz, Sträucher: v.a. Weissdorn, Sanddorn, Schwarzdorn

Baumarten (lat.)

Pyrus, Malus, Prunus, Crataegus, Hippophaë rhamnoides

Symptome

Blattfrass; dichte Gespinste an den Zweigen, besonders auffallend im Winter

Ursache, Zusammenhang

Der von Juni bis August nachts fliegende Falter legt seine Eier an Blattunterseiten oder Stämmen in einem länglichen Gelege ab und bedeckt sie mit braunen Haaren seines Körperendes (Name!). Ende August bis Anfang September schlüpfen die Larven und beginnen sofort zu fressen. Zu Beginn schaben sie nur an der Blattoberfläche und die Blätter welken. Die gesellig lebenden Tiere überziehen die Blätter mit Seidenfäden und ziehen die Blätter beim Wechsel auf neue zu einem festen Gespinst zusammen. Es dient als Schutz vor schlechtem Wetter und als Überwinterungsmöglichkeit.
Den Winter verbringen sie von Ende Oktober bis April im bis zu 100 Räupchen umfassenden Gespinst. Bis Mai fressen sie selten oder gar nicht. Nach der letzten Häutung leben sie einzeln und beginnen wieder zu fressen. Dabei werden zuerst die Knospen und dann die ganzen Blätter gefressen. Ende Juni verpuppen sie sich in einem braungrauen, dünnen Kokon zwischen den Zweigen der Wirtspflanze. Die Kokons treten einzeln oder bei Massenvermehrungen in Gruppen auf. Die Puppenruhe dauert zwei bis drei Wochen.
Der Dunkle Goldafter kommt in der ganzen Schweiz in offenen Parklandschaften, Hecken und an Waldrändern vor. An warmen Stellen im Wallis wurde er bis zu einer Höhe von 1200 m ü.M. gefunden. Die Raupen besitzen Brennhaare, die Entzündungen und allergische Reaktionen hervorrufen können. Diese Schmetterlingsart tritt deshalb mehr wegen der Belästigung von Personen in Erscheinung als wegen der Entlaubung von Bäumen.

Verwechslungsmöglichkeiten

Die Raupennester des Eichenprozessionsspinners befinden sich am Stamm und in Astgabelungen. Etwas kleinere Raupennester können auch vom selten gewordenen Baumweissling stammen (keine Brennhaare!).

Gegenmassnahmen

  • Üblicherweise keine nötig.
  • Abtrennen und Verbrennen der Gespinste im Winter (Temperatur tiefer als 10°C). Die Raupen und die Nester sollten wegen der Brennhaare nicht mit blossen Händen angefasst werden.
  • Bei starkem Befall von Parkbäumen ab Mitte September Behandlung der Jungräupchen mit Bacillus thuringiensis Präparat.

Bemerkungen

Vögel, insbesondere Meisen und Kuckuck, sind bedeutende Vertilger dieser Raupen.

(siehe Verbreitungskarte)


Beat Wermelinger, letzte Änderung 14-AUG-14
© 2003-2007 WSL - Waldschutz Schweiz
email: Waldschutz Schweiz

2d9aaea1a45f497acf0dc6fc9ad0b22d

Falter mit den namensgebenden Afterhaaren

917864ab755ed58961a021f2ba9c6490

Auf dem Hinterleib besitzt die Raupe zwei orange Warzen

e56959065cc6ed9cd0a45cefbea490b8

Kahlfrass an Eiche mit Raupennestern

adda06fcc04fdebba7b7668fc22888fc

Eigelege auf der Blattunterseite im Hochsommer