Buchenprachtkäfer

Agrilus viridis

Baumarten

Buche,
selten an Weide, Erle, Linde, Birke

Baumarten (lat.)

Fagus silvatica,
Salix sp., Alnus sp., Tilia sp., Betula pendula

Symptome

Äste oder Kronenteile von Laubhölzern, meist Buchen, sterben ab. Die Blätter treiben im Frühling nicht mehr aus oder verfärben sich vorzeitig und fallen ab. Unter der Rinde von Ästen und Stämmen fressen deutlich gegliederte, löffelförmige, weisse Larven und legen wirre, geschlängelte Frassgänge an. Erst zur Verpuppung bohren sie sich 5 bis 10 mm ins Splintholz hinein. Die Ausfluglöcher der 6 bis 11 mm kleinen Käfer liegen queroval zur Ast- oder Stammachse. Manchmal kann ein Befall auch an hellen Baumsaft-Flecken auf der Rinde erkannt werden.
Die erwachsenen Käfer fressen zudem Scharten in die Blattränder, meist an jungen Heisterpflanzen.

Ursache, Zusammenhang

Die Entwicklung des Buchenprachtkäfers dauert meistens zwei Jahre, in seltenen Fällen auch nur ein Jahr. Die adulten Käfer können den ganzen Sommer hindurch angetroffen werden. Auf der Rindenoberfläche werden Gelege mit 5 bis 20 Eier abgelegt und mit einem weisslichen, sich rasch verhärtenden Sekret geschützt. Die schlüpfenden Larven bohren sich direkt unter die Rinde, wo sie ihre geschlängelten, mit Bohrmehl vollgepackten Gänge anlegen. Nach der Verpuppung im Splint fliegen die Käfer rasch aus und vollbringen an Jungbuchen einen Reifungsfrass.
Der Buchenprachtkäfer ist ein typischer Sekundärschädling und tritt vor allem nach längeren Trockenperioden in Erscheinung.

Verwechslungsmöglichkeiten

Auch andere Prachtkäfer-Arten können die Buche befallen. Solche Arten neigen jedoch weniger zu Massenvermehrungen.

Gegenmassnahmen

Durch Trockenheit gestresste Buchen können kaum vor einem Befall geschützt werden. Deutlich besiedelte Buchen sollten rasch gefällt und abtransportiert werden, dies auch, um einer Holzentwertung durch Fäulepilze entgegenzuwirken. Befallenes Ast- und Kronenmaterial sollte gehäckselt oder verbrannt werden.
Als vorbeugende Massnahme ist die plötzliche Freistellung von Buchen an sonnigen Bestandesrändern zu vermeiden.

Bemerkungen

Der Buchenprachtkäfer ist in Grösse und Farbe sehr variabel. Seine Länge beträgt 5 bis 11 mm, und seine metallisch schillernde Farbe kann von blau über grün bis zu gold- oder messingfarben variieren.
Oft werden befallene Buchen im Stammbereich auch noch durch den Kleinen Buchenborkenkäfer (Taphrorychus bicolor) angegangen.


Beat Forster, PBMD, letzte Änderung 22-JUN-04
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Durch Trockenheit gestresste Buchenkronen werden gerne durch die Prachtkäfer besiedelt.

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Der metallisch schillernde Buchenprachtkäfer.

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Die Larve des Buchenprachtkäfers frisst unter der Rinde.

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Das typische Frassbild mit den geschlängelten Larven-Gängen.