Eichenprozessionsspinner

Thaumetopoea processionea

Baumarten

Eiche

Baumarten (lat.)

Quercus

Symptome

Blattfrass in der Krone. Grosse, braune Gespinstnester, häufig an der Unterseite von Starkästen, Astgabeln, oft auch in Bodennähe am Stamm, bis zu 1 m lang.

Ursache, Zusammenhang

Der Eichenprozessionsspinner legt seine Eier im Spätsommer an Zweige in der Eichenkrone ab. Im Frühling schlüpfen die jungen Raupen zeitgleich mit dem Blattaustrieb und fressen während mehrerer Wochen in der Krone an den Blättern, meistens nachts. Den Tag verbringen die Raupen in Knäueln und später in selbstgesponnenen Nestern am Stamm und an Ästen. Die Wanderung zwischen Schlaf- und Futterplätzen findet in langen, zuerst ein- und später mehrreihigen Prozessionen statt. Die Verpuppung erfolgt im Gespinstnest.
An warmen Augustabenden schlüpfen die Falter. In der ersten Nacht findet die Paarung statt, und die Männchen sterben. Die Weibchen legen in der zweiten Nacht ihre Eier ab und sterben dann ebenfalls. Die Falter nehmen keine Nahrung mehr auf.
Die Art ist sehr wärmebedürftig, deshalb sind Massenvermehrungen bei uns eher selten. Gesunde Eichen überstehen den Frass weitgehend problemlos und treiben bereits im Juli neu aus.

Problematisch sind die feinen Brennhaare der Raupen, welche auf der menschlichen Haut nesselartige Entzündungen hervorrufen. Besonders gefährdet sind auch die Augenschleimhäute und die Atemwege. Raupen und Nester sollen daher nicht berührt werden. Die Brennhaare verbleiben noch während einiger Monate in den verlassenen Raupennestern, an der Rinde oder am Boden unter befallenen Eichen und können leicht aufgewirbelt werden. Deshalb sollte man sich auch nach dem Akutbefall von befallenen Eichen fernhalten.

Verwechslungsmöglichkeiten

Eine Verwechslung der Gespinste oder der Raupenkolonnen ist praktisch ausgeschlossen. Der Goldafter macht seine Überwinterungsgespinste in der Kronenperipherie. Er besitzt ebenfalls Brennhaare.

Gegenmassnahmen

Im Wald keine Massnahmen notwendig.
In Pärken falls nötig:

  • Behandeln der noch jungen Raupen kurz nach dem Blattaustrieb mit Bakterienpräparaten oder Häutungshemmern.
  • Frühmorgens Abschneiden, Absaugen oder Abspritzen der Nester mit anschliessendem Einsammeln. Unbedingt Schutzkleidung mit Handschuhen und Gesichtsmaske tragen!

Bemerkungen

Merkblatt der LWF Bayern zum Herunterladen.

Ein Informationsplakat ist bei Waldschutz Schweiz erhältlich:
Eichen-Prozessionsspinner: Raupen nicht berühren!

(siehe Verbreitungskarte)


Beat Wermelinger, letzte Änderung 03-FEB-09
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email: Waldschutz Schweiz

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Bereits verlassenes Eigelege an Eichenzweig.

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Kolonie von jüngeren Raupen beim Fressen.

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Raupenkolonne ("Prozession") von älteren Raupen.

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Gespinstsack mit Häutungsresten, Kot und Puppenhüllen. Auch die leeren Gespinste weisen noch Brennhaare auf!