Eschenwelke

Hymenoscyphus pseudoalbidus (Teleomorph)

Chalara fraxinea (Anamorph)

Baumarten

Europäische Esche, Schmalblättrige Esche

Baumarten (lat.)

Fraxinus excelsior, Fraxinus angustifolia

Symptome

Welkende, braun verfärbte Blätter an Haupt- und Seitentrieben (Bild 1). An der Basis der welkenden Partien findet man violett-braune bis orange-braune, oft eingesunkene, oder wenn alt rissige, verfärbte Rindenflächen (Nekrosen). Bei triebumfassenden Nekrosen werden die höher liegenden Pflanzenteile nicht mehr mit Wasser versorgt, welken und sterben ab. Solche Symptome sind besonders deutlich ausgeprägt an jungen Eschen bis hin ins Stangenholzalter. Das Holz im Bereich unter der Nekrose ist blau-grau bis braun verfärbt. Die Verfärbung dehnt sich anschliessend über mehrere dm im Holzkörper aus (Bild 2). Im vegetationslosen Zustand sind die Rindennekrosen sichtbar und weisen auf einen Befall hin. Die Zweige von alten Eschen können auch befallen werden.

Ursache, Zusammenhang

Die Askusform (Teleomorph) mit den Askosporen entwickelt sich auf den Blattspindeln von infizierten und abgefallenen Blättern in der Bodenstreu, wo der Pilz überwintert. Dieses Pilzstadium (Bild 3) trägt den Namen "Falsches Weisses Stengelbecherchen". Die Askosporen infizieren im Sommer die Eschenblätter, welche sich braun verfärben. Ausgehend von den infizierten Blättern wächst der Pilz in Blattspindel und im Holz der Zweige in Richtung Haupttrieb, wo sich dann im Herbst oder erst im folgenden Jahr auf der Rinde die auffälligen Rindennekrosen entwickeln (Bild 4). Durch triebumfassende Rindennekrosen wird die Wasserversorgung der höherliegenden Pflanzenteile unterbrochen, weshalb diese welken und absterben.

Verwechslungsmöglichkeiten

Ausgeprägte Frassschäden der Fliedermotte oder Spätfrostschäden können allenfalls mit den Symptomen der Eschenwelke verwechselt werden.

Gegenmassnahmen

Da die Eschenwelke durch Askosporen verbreitet wird, welche sich in der Bodenstreu auf den abgefallenen Eschenblattstielen bilden und welche mit dem Wind verfrachtet werden, ist eine wirksame Krankheitsbekämpfung nahezu unmöglich und bis heute nicht bekannt.

Bemerkungen

Vom Erreger existieren zwei identisch aussehende Arten, welche sich einzig mit molekularbiologischen Methoden voneinander unterscheiden lassen. Die harmlose Art (Hymenoscyphus albidus) verursacht keine auffälligen Symptome und ist einheimisch. Die aggressive Art (Hymenoscyphus pseudoalbidus) verursacht seit 2008 in der Schweiz die markanten Schäden und Welkesymptome an jungen Eschen und ist vermutlich eingewandert. Diese aggressive Art des Pilzes wurde erstmals anfangs der 90er Jahre in Polen entdeckt und konnte anschliessend in immer mehr europäischen Ländern nachgewiesen werden.
Weitere Informationen siehe auch:

Eschenwelke wird noch bedrohlicher:
Aktuelle Verbreitung
und neuer Infektionsweg.

(siehe Verbreitungskarte)


Roland Engesser, letzte Änderung 25-SEP-14
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Bild 1: Eschenwelke-Symptom an jungem Eschenheister.

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Bild 2: Ausgehend vom Infektionsbereich beim befallenen Seitenzweig am Haupttrieb dehnt sich die braune Verfärbung nach oben und unten im Trieb aus.

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Bild 3: Fruchtkörper des Weissen Stengelbecherchens auf Blattspindeln von abgefallenen und abgestorbenen Eschenblättern.

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Bild 4: Ausgehend von infizierten Blättern ist der Pilz via Seitenzweig in den Haupttrieb eingedrungen und hat eine typische Rindennkrose verursacht.