Spindeliger Rübling

Collybia fusipes (syn. Gymnopus fusipes)

Baumarten

Eichen-Arten

Baumarten (lat.)

Quercus sp.

Symptome

Pilzfruchtkörper finden sich an Wurzelstrünken von Buchen, Eichen und gelegentlich Edelkastanien, wo der Pilz sich saprophytisch ernährt. Als oft unterschätzter und gefährlicher Wurzelparasit befällt er auch stehende Eichen, insbesondere Stieleichen (Q. robur) und Roteichen (Q. rubra). Auch in diesem Fall erscheinen die Pilzfruchtkörper um den Stamm herum zwischen Starkwurzeln oder auf flachstreichenden Wurzeln. In einem späten Stadium zeigen befallene Eichen Absterbe-Erscheinungen und geringen Feinreisig-Anteil in der Krone. Befallene Wurzel zeigen eine orange Weissfäule unter der Rinde.

Ursache, Zusammenhang

Die Fruchtkörper erscheinen von Juni bis in den Herbst am Stammfuss oder in unmittelbarer Nähe von Eichen. Junge Fruchtkörper weisen einen rotbraunen Hut auf (Durchmesser 4 - 8 cm). Mit dem Alter verblasst die Farbe und wird fleisch-bräunlich mit rostbraunen Flecken, gegen den Hutrand hin heller. Lamellen grau bis hell rötlich-braun. Stiel mit Furchen, oft verdreht, gegen Stielbasis rübenartig zugespitzt und dunkelbraun. Meist büscheliges Wachstum, d.h. alle Fruchtkörper entspringen einer gemeinsamen Basis.

Verwechslungsmöglichkeiten

Collybia fusipes kann mit andern bräunlich-gelben Hutpilzen verwechselt werden. Zur Unterscheidung achte man auf den verdrehten, rübenartig zugespitzten Stiel, das büschelige Wachstum und allenfalls die rostfarbenen Flecken am Pilzhut.

Gegenmassnahmen

Keine direkten Gegenmassnahmen bekannt. In Beständen mit häufigem Vorkommen des Spindeligen Rüblings sind insbesondere Stieleichen und Roteichen mit zunehmendem Alter durch diesen Wurzelparasiten gefährdet.

Bemerkungen

Normalerweise vermag der Baum das vom Pilz besiedelte Wurzelgewebe hin zum gesunden Holz abzugrenzen. In geschwächten Eichen kann sich jedoch der Pilz schnell im gesamten Wurzelwerk ausbreiten und die Wurzeln abtöten. Dadurch besitzen solche Eichen ein stark erhöhtes Windwurf-Risiko. In Frankreich wurde gezeigt, dass Eichen mit Collybia-Befall 3 mal sturmanfälliger sind als Eichen mit gesunden Wurzeln. Eine erhöhte Windwurfanfälligkeit von Eichen mit Befall durch diesen Wurzelparasiten wurde auch wiederholt und in unterschiedlichen Regionen in der Schweiz beobachtet.


Roland Engesser, letzte Änderung 06-FEB-14
© 2003-2007 WSL - Waldschutz Schweiz
email: Waldschutz Schweiz

83b9106dc696e35a6b054b7bbe44efc3

Absterbende Eichen - Befall der Wurzeln durch den Spindeligen Rübling?

0ffd331ebeb5091f3d5a98c74ba83451

Befallene Wurzeln weisen eine orangefarbene Weissfäule auf.

89841ee72632a7e484804cf2bf537282

Büschelig wachsende Fruchtkörper des Spindeligen Rüblings am Stammfuss einer Stieleiche.

32f0007f5de22d19d3130e8d6f8ebfb8

Der Spindelige Rübling verursacht eine deutlich höhere Windwurfhäufigkeit.