Furchenflügeliger Fichtenborkenkäfer

Pityophthorus pityographus

Baumarten

Fichte, Douglasie,
selten Föhren-Arten

Baumarten (lat.)

Picea abies, Pseudotsuga menziesii,
Pinus sp.

Symptome

Rindenbrütender Borkenkäfer in dünnrindigen Stammpartien, entweder an jungen Koniferen bis ins Stangenholzalter oder im Wipfelbereich und an Ästen von älteren Nadelbäumen. Brutbild mit drei bis sechs, sternförmig von einer Rammelkammer ausgehenden Muttergängen. Die Rammelkammer ist immer deutlich im Splintholz eingetieft, auch bei dickerer Rinde.
Befallene Bäume oder Kronenteile sterben ab, und die Nadeln verfärben sich braunrot. Starker Befall tritt nur selten auf. In der Schweiz ist der Furchenflügelige Fichtenborkenkäfer die häufigste Borkenkäferart auf der Douglasie.

Ursache, Zusammenhang

Der mit 1,1 bis 1,5 mm sehr kleine Furchenflügelige Fichtenborkenkäfer ist ein Spärschwärmer und fliegt ab April/Mai. In Hochlagen wird nur eine, in Tieflagen werden zwei Generationen pro Jahr ausgebildet. Die Überwinterung erfolgt oft im Brutbild, meist als fertig entwickelter Jungkäfer.
In tieferen Lagen werden Fichten nur selten in spürbarem Mass befallen. Demgegenüber kommt es hier häufig zu sekundärem Befall an geschwächten Douglasien, insbesondere wenn diese vorgängig unter Frosttrocknis oder Dürre gelitten hatten.
In Berggebieten oberhalb 1300 müM. werden Fichten häufiger befallen. Der Furchenflügelige Fichtenborkenkäfer übernimmt hier oft die Stellung und Bedeutung des Kupferstechers (Pityogenes chalcographus), den wir aus dem Mittelland und den Voralpen kennen.

Verwechslungsmöglichkeiten

Der Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) besiedelt die gleichen Baumarten und nagt ein ähnliches Frassbild. Seine Rammelkammer ist jedoch nicht oder nur wenig im Splintholz eingetieft. Zudem sind die Muttergänge des Kupferstechers etwas breiter.
In den Alpen kann weiter eine Verwechslung mit dem Kleinen Arvenborkenkäfer (Pityogenes conjunctus) auftreten, welcher gelegentlich auch die Fichte befällt. Das Frassbild gleicht dem des Furchenflügeligen Fichtenborkenkäfers stark.Die Muttergänge sind beim Arvenborkenkäfer etwas breiter ausgebildet. Zur sicheren Bestimmung ist man aber auf Käfer angewiesen.

Gegenmassnahmen

Nach Holzschlägen ist das vorbeugende Verbrennen von Astmaterial in der Regel nicht notwendig. Bei Zwangsnutzungen von befallenen Bäumen sollte frisch besiedeltes Ast- und Gibelmaterial hingegen aus dem Bestand abgeführt, gehäckselt oder verbrannt werden.
Das ledigliche Zusammentragen von Ästen trägt nichts zur Käferbekämpfung bei! Zerstreut liegende Äste trocknen schneller aus und werden so rascher brutuntauglich als auf Haufen.

Bemerkungen

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Brutbilder mit deutlich in den Splint eingetieften Rammelkammern

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Detailansicht der Flügeldecken: Deutlich sind am Absturz die Furchen zu erkennen, welche dem Käfer den Namen gaben.