Fliedermotte

Gracillaria syringella,
syn. Gracilaria s., Xanthospilapterix s., Caloptilia s.

Baumarten

Esche, Flieder, Liguster, Pfaffenhütchen, Schneeball, Forsythie

Baumarten (lat.)

Fraxinus, Syringa, Ligustrum, Euonymus, Viburnum, Forsythia

Symptome

Ab Sommerbeginn verfärben sich die Blätter jüngerer Bäume braun und die Blätter oder Blattfiedern rollen sich ein. Kleine Räupchen minieren zuerst platzartig im Innern der Blätter und spinnen sich anschliessend in mit Kot durchsetzten Blattrollen ein.
Bei einem starken Befall verbräunen die Kronen jüngerer Bäume ganz. Die Gehölze treiben nochmals aus, erleiden aber einen Zuwachsverlust, vor allem wenn sich der Frass im Hochsommer fortsetzt. Bei mehrjährigem Befall wurde auch schon das Absterben von einzelnen Eschen beobachtet.

Ursache, Zusammenhang

Die gesprenkelten Falter mit ihren 10 bis 13 mm Flügelspannweite fliegen im Mai und legen auf der Unterseite der Blätter die Eier ab. Die geschlüpften Räupchen bohren sich ins Blatt ein und minieren zwischen der unteren und oberen Epidermis. Später werden die einzelnen Teilblätter mit Hilfe von Spinnfäden zu einem Wickel gerollt und der Frass darin fortgesetzt.
Die Verpuppung erfolgt meist im Boden, manchmal auch am Stämmchen oder im Blattwickel. Nach einem erneuten Falterflug und Eiablage erfolgt im August und September der Frass durch Raupen einer zweiten Generation. Die Überwinterung erfolgt als Puppe. In wärmeren Gegenden können auch drei Generationen pro Jahr ausgebildet werden.

Verwechslungsmöglichkeiten

Eschenblätter können auch durch die Eschenzwieselmotte (Prays curtisellus) platzartig miniert werden. Deren Räupchen konstruieren jedoch keine Blattwickel, sondern bohren sich nach dem Minierfrass in die Knospen, mit Vorliebe in die grossen Endknospen ein. Dies kann im Folgejahr zu einer Zwieselbildung führen.

Gegenmassnahmen

Massnahmen können im Wald keine getroffen werden. In Pflanzgärten und Baumschulen kann allenfalls eine Insektizidbehandlung in Erwägung gezogen werden. Im Zierpflanzenbereich kann das Falllaub mit noch vorhandenen Räupchen und Puppen entfernt werden.

Bemerkungen

In der Schweiz kann 2006 seit langem wieder einmal ein auffälliges Auftreten registriert werden. Letzte Gradationen wurden 1957 bis 1959 registriert. Die lokalen Massenvermehrungen dauerten damals häufig zwei Jahre.


Beat Forster, Franz Meier, letzte Änderung 20-SEP-10
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Der Falter der Fliedermotte (© P. Buchner, A-2625 Schwarzau am Steinfeld)

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Minierte Fiederblätter einer Esche mit Blattwickeln.

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Durch die Fliedermotte entlaubte Eschendickung.