Eichenwickler, grüner Eichenwickler

Tortrix viridana

Baumarten

Eichen (alle Eichen-Arten)

Baumarten (lat.)

Quercus sp.

Symptome

Im Frühling werden die austreibenden Knospen und später die Blätter und Blüten in den Eichenkronen durch grüne, dunkel gepunktete Räupchen befressen. Ausgewachsen erreichen sie eine Länge von knapp 2 cm. Im Mai verpuppen sie sich in sogenannten Blattwickeln oder unter umgeschlagenen Blattlappen. Bei starkem Befall können die Eichen starken Lichtfrass oder sogar Kahlfrass erleiden. Die Oberkrone wird bevorzugt und zuerst befressen, danach spinnen sich die Räupchen auf der Futtersuche nach unten ab.
Stark befressene Eichen treiben im Frühsommer nochmals aus und die verlorene Blattmasse wird durch die Johannistriebbildung ersetzt. Die Bäume erleiden einen Zuwachsverlust.

Ursache, Zusammenhang

Im Juni fliegen die unscheinbaren, grün-grauen Falter mit ca. 2 cm Flügelspannweite und legen an den Trieben in der Oberkrone ihre Eier ab. Diese überdauern gut festgeklebt bis im nächsten Frühling. Synchron mit dem Blattaustrieb schlüpfen die jungen Räupchen. Der Frass dauert nur drei bis vier Wochen. Danach folgt die Verpuppung in einer dunkelbraunen bis schwarzen, spindelförmigen Hülle. Die Flugzeit der Falter folgt bereits Ende Mai oder im Juni.

Verwechslungsmöglichkeiten

Eichenbestände können auch durch den Kleinen und Grossen Frostspanner, Goldafter, Eichenprozessionsspinner, Schwammspinner und zahlreiche weiteren Schmetterlingsraupen oder auch durch Maikäfer befressen werden. Die typischen Blattwickel weisen aber auf den Eichenwickler hin.

Gegenmassnahmen

Massnahmen müssen und können keine getroffen werden. Da der Frass früh im Jahr stattfindet, haben die Eichen genügend Zeit, sich während der Vegetationsperiode zu erholen. Starker Befall ist in der Schweiz selten.

Bemerkungen

Oft ist der Eichenwickler mit anderen blattfressenden Raupen (z.B. Frostspanner) vergesellschaftet.


Beat Forster, Waldschutz Schweiz, letzte Änderung 18-JUN-08
© 2003-2008 WSL - Waldschutz
email Waldschutz

de59df1245b9d49bf5dd86ed59ea800c

Stark befressene Krone einer Flaumeiche.

6a57ea0e76b52c1dd207b3818a27159d

Der ca. 2 cm kleine Falter des Eichenwicklers. Die grünen Vorderflügel bedecken die hellgrauen Hinterflügel.

26d42af572ae7009fde7e9bfd1061dc5

Die grüne Raupe des Eichenwicklers: Die schwarzen, punktförmigen Warzen sind mit Haaren bestückt. Bild: Petr Kapitola www.forestryimages.org

3d0da9e074a4694b2934127de86330f1

Wickel oder eingelegte, seitliche Blattlappen sind typisch für einen Befall. Die Blätter sind an der Spitze meist stärker befressen, einige Hauptnerven bleiben stehen. Sind noch Blattresten vorhanden, erfolgt die Verpuppung am Frassort.