Lecanosticta-Nadelbräune der Föhre / Braunfleckenkrankheit

Mycosphaerella dearnessii =
Scirrhia acicola (Teleomorph);

Lecanosticta acicola (Anamorph)

Baumarten

Föhrenarten (Waldföhre, Bergföhre, Schwarzföhre etc.)

Baumarten (lat.)

Pinus sp. (P. sylvestris, P. mugo, P. nigra etc.)

Symptome

Auf den ein- und mehrjährigen grünen Nadeln entwickeln sich im Frühjahr etwa 1-2 mm grosse braune Flecken mit gelbem Rand und später mit schwarzem Pilzfruchtkörper im Zentrum (Bild 1). Befallene Nadeln verfärben sich braun und fallen vorzeitig ab. Auffällige Befallsbilder entwickeln sich im Mai an liegenden und aufrechten Bergföhren (Bild 2) in Garten- und Parkanlagen. Bei stark befallenen Bergföhren verbleibt oft nur noch der frisch ausgetriebende jüngste Nadeljahrgang grün (Bild 3). Werden etwa zwei Monate später die befallenen Nadeln geschüttet, fallen die von dieser Nadelkrankheit betroffenen Föhren kaum mehr auf. Einzig die schüttere Benadelung weist dann noch auf eine mögliche Nadelerkrankung hin.

Ursache, Zusammenhang

Der Pilz überwintert auf abgestorbenen Nadeln, welche im Baum hängenbleiben oder zu Boden fallen. Auf diesen Nadeln produziert der Pilz seine Konidien (Bild 4), mit welchen bei regnerischem Wetter im Frühling die grünen Nadeln am Baum infiziert werden. Bei starkem Infektionsdruck können sämtliche Nadeljahrgänge befallen werden, was zum Absterben von einzelnen Ästen oder jüngeren Föhren führt.

Verwechslungsmöglichkeiten

Auf den Nadeln können erste Infektionen mit Einstich- oder Frassstellen von Insekten verwechselt werden, wie z.B. mit dem Föhrennadelscheidenrüssler (Brachonyx pineti). Im Unterschied zum Pilzbefall findet man jedoch anstelle des erhabenen Pilzfruchkörpers ein Loch, einen Einstich oder Harzaustritt. Auf Niveau Baum entstehen ähnliche Symptome als Folge der Physiologischen Nadelschütte oder Infektionen durch andere Nadelschüttepilze wie Dothistroma septosporum , Lophodermium seditiosum, Naemacyclus minor etc.

Gegenmassnahmen

Beim Erreger der Lecanosticta-Nadelbräune handelt es sich um einen meldepflichtigen Quarantäne-Organismus (Meldungen bitte an Waldschutz Schweiz, WSL, 8903 Birmensdorf oder an den Kantonalen Pflanzenschutzdienst). Deshalb sollten befallene Föhren samt aller Nadeln verbrannt oder sicher entsorgt werden (Kehrichtverbrennung). Da die Pilzsporen, welche die Krankheit verbreiten, nur bei regnerischem Wetter freigesetzt werden, sollten diese Sanierungsarbeiten nur bei trockener Witterung erfolgen.

Bemerkungen

Der aus Amerika eingeschleppte Pilz gilt in Europa als Quarantäne-Organismus und ist von der EPPO in die Gruppe der A2-Erreger eingeteilt. In den USA konnte die auf sexuellem Wege entstehende Ascusform des Pilzes nur im wärmeren Süden nachgewiesen werden, weshalb der Pilz als eher wärmeliebend gilt. In der Schweiz wurde er erstmals 1995 nachgewiesen. Seit 2007 werden vermehrt befallene Bergföhren entdeckt. Bis 2011 beschränken sich die Krankheitsfälle auf Bergföhren in Garten- und Parkanlagen. Im Wald wurden bis dato noch keine von diesem Pilz befallenen Föhrenarten entdeckt.

Weitere Angaben zur Braunfleckenkrankheit sind in einem Factsheet zusammengefasst.


Roland Engesser, letzte Änderung 19-JUL-13
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Bild 1: Anfangsstadium: braune, oft mit gelbem Rand versehene Flecken mit schwarzem Pilzfruchtkörper im Zentrum.

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Bild 2: Stark befallene Bergöhre.

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Bild 3: Nur der frisch ausgetriebene Nadeljahrgang weist noch weitgehend grüne Nadeln auf.

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Bild 4: Braun gefärbte mehrzellige Konidien
(12-45 x 3-5 µm) mit rauher Oberfläche verbreiten die Krankheit.