Föhrenschütte

Lophodermium seditiosum

Baumarten

Föhren-Arten, Waldföhre, Bergföhre

Baumarten (lat.)

Pinus sp., Pinus sylvestris, Pinus montana

Symptome

Vor allem Jungpflanzen sind betroffen. Ausser den jüngsten Nadeln werden alle braun und werden geschüttet (Abb. 1). Im Herbst entwickeln sich kleine gelbe Flecken auf den Nadeln des letzten Jahrganges. Im Frühling setzt ein Verröten des vorjährigen Nadeljahrganges ein und im Laufe des Sommers werden die Nadeln geschüttet. Auf den am Boden liegenden Nadeln bilden sich ab Herbst die Pilzfruchtkörperchen als kleine schwarz umrandete Fleckchen (Nebenfruchtformen) und später als längliche Flecken, die sich in der Feuchte mit einem Schlitz öffnen (Hauptfruchtform, Abb. 2).

Ursache, Zusammenhang

Die Infektion der frisch ausgetriebenen Nadeln erfolgt im Frühsommer bei feuchter Witterung. Der Pilz entwickelt sich im Nadelinneren während des Sommers und Herbstes. Erst im darauf folgenden Frühling werden die Nadeln geschüttet. Am Boden entwickeln sich auf den Nadeln die Fruchtkörperchen. Sie reifen bis zum nächsten Frühling und produzieren infektiöse Sporen in grosser Zahl.

Verwechslungsmöglichkeiten

Ähnliche Symptome entstehen durch die Physiologische Nadelschütte oder Infektionen mit anderen Nadelschüttepilze wie Dothistroma septosporum , Lecanosticta acicola, Cyclaneusma minus sowie Lophodermium pinastri. Dieser nah verwandte Pilz ist jedoch vornehmlich ein Streuabbauer und befällt geschwächte oder bereits abgestorbene Nadeln. Typisch sind die schwarzen Querbänder (Abb. 3).

Gegenmassnahmen

Gefährdet sind vor allem Jungpflanzen (bis 10-jährig) in Baumschulen. Nicht alle Provenienzen sind gleich anfällig. Genügender Pflanzabstand und Niederhalten der Krautschicht lässt die Luft zirkulieren und reduziert so die Infektionsgefahr. Infektionsherde sind Altföhren, die in der Nähe stehen, sowie befallene Nadelstreu.


Ursula Heiniger / Roland Engesser, letzte Änderung 17-SEP-14
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1) Junge Föhren mit starker Föhrenschütte. Ausser den letzten Nadeln sind alle betroffen und werden geschüttet.

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2) Föhrennadeln mit geöffneten Pilzfruchtkörperchen von Lophodermium seditiosum.

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3) Föhrennadeln mit Furchtkörperchen von Lophodermium pinastri mit den typischen schwarzen Querbändern. Dieser Pilz entwickelt sich nur auf stark geschwächten oder toten Nadeln und ist keine Krankheit.