Kleiner Waldgärtner

Tomicus minor
syn. Blastophagus m., Myelophilus m.

Baumarten

Waldföhre,
weitere Föhrenarten

Baumarten (lat.)

Pinus sylvestris,
Pinus sp.

Symptome

am Stamm:
Borkenkäfer-Frassbild mit doppelarmigen, querliegenden Muttergängen, die sich in der Rinde und im Holz abzeichnen. Larvengänge längs des Holzfaserverlaufes, in Rinde und Splintholz abgezeichnet. Am Ende der nur wenige cm kurzen Larvengänge werden die Puppenwiegen deutlich in den Splint eingetieft. Befallen werden obere Stammpartien mit glatter, rötlicher "Spiegelrinde" oder dickere Äste bis hinunter zu ca. 5 cm Durchmesser. Frischer Befall ist nur schlecht erkennbar, da Bohrmehl nur in begrenzter Menge und hoch oben in der Krone ausgestossen wird.
in der Krone:
Föhren mit Brutbildern in Stämmen und Ästen sterben ab, und die befallenen Kronen oder Kronenteile verfärben sich zündrot. Ausfliegende Käfer suchen zudem Föhrenkronen für den Reifungsfrass auf. Hier werden Triebe angebohrt und auf einer Länge von mehreren cm ausgehöhlt. In der Folge brechen sie ab oder verfärben sich bräunlich und sterben ab. Dies stutzt die Zweige und führt zu einem "beschnittenen" Kronenaspekt - daher der Name Waldgärtner.

Ursache, Zusammenhang

Der Kleine Waldgärtner ist ein Frühschwärmer, fliegt aber meist etwas später als sein grosser Bruder (Tomicus piniperda). Neubefall an Stämmen und Ästen findet im März und anfangs April statt. Pro Jahr wird nur eine Generation ausgebildet. Es können aber auch Geschwisterbruten beobachtet werden. Im Sommer vollbringen die ausgeflogenen 3,5 bis 4 mm grossen Jungkäfer in Föhrenkronen ihren Reifungsfrass. Auch Altkäfer können nochmals in Föhrentrieben fressen: Sie können bei einem Regenerationsfrass beobachtet werden, bevor sie die zweite Brut anlegen.
Ein Teil der Jungkäfer bleibt nach dem Reifungsfrass in den Trieben, um hier zu überwintern. Andere fliegen aus und suchen sich in dicker Föhrenrinde am Stammfuss oder in Stöcken einen Überwinterungsplatz.

Verwechslungsmöglichkeiten

Das typische Brutbild kann nicht verwechselt werden.
Der Reifungs- oder Regenerationsfrass in den Kronen kann vom Grossen Waldgärtner (Tomicus piniperda) nur unterschieden werden, wenn man in den Trieben noch Käfer findet.
Kronendeformationen können weiter auch durch den Föhrenknospentriebwickler verursacht werden.

Gegenmassnahmen

Gegen den Reifungsfrass in den Kronen können keine Massnahmen getroffen werden.
Frisch befallene Föhren mit Käferbruten unter der Rinde sollten möglichst rasch gefällt und aus dem Bestand abgeführt werden, noch bevor die neue Käfergeneration ausfliegt. Sind bereits Puppen oder ausflugbereite Jungkäfer vorhanden, so sollte nicht abgeführtes Brutmaterial gehäckselt oder verbrannt werden (auf Waldbrandgefahr achten!). In Risikogebieten sollte auch unbefallener Schlagabraum ev. gehäckselt, verbrannt oder zum rascheren Austrocknen zusammengesägt werden.

Bemerkungen

Für den Brutfrass werden vor allem geschwächte oder fisch abgestorbene Föhren befallen. Der Kleine Waldgärtner scheint jedoch "primärer" aufzutreten als der Grosse Waldgärtner (Tomicus piniperda).
Der Reifungsfrass in den Kronen ist hingegen völlig primär, er erfolgt auch an vitalen Bäumen. Bei mehrjährigem Befall kommt es in der Folge zu typischen Kronenverbuschungen.

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Brutbild mit doppelten Muttergängen und in den Splint eingetieften Puppenwiegen

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Reifungsfrass: Einbohrloch im Trieb und Bruchstelle

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Durch Reifungsfrass ausgehöhlte Föhrentriebe brechen ab und liegen am Boden, oder sie verbräunen in der Krone.

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Durch Waldgärtner "beschnittene Föhrenkronen" neigen zur Verbuschung.