Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Forstschutz AG FS
 

MERKBLÄTTER RUNDHOLZLAGERUNG

 

5. Nasslagerung von Rundholz

 

Methode

  • Das aufgerüstete Rundholz wird in Rinde in beregneten Poltern oder in stehenden Gewässern gelagert.

Vorteile

  • Durch die Nasshaltung wird der waldfrische Zustand des Holzes erhalten.
  • Nadelholz kann über 5-6 Jahre, Laubholz über 2-3 Jahre gelagert werden. Das Risiko eines Qualitätsverlustes ist sehr gering (hohe Werterhaltung). Es besteht daher ein geringerer Verkaufsdruck. Die Nasslagerung ist für eine längerfristige Lagerung bei weitem die geeignetste Lagerungsart. Nicht geeignet für die Nasslagerung ist die Föhre, da die Gefahr der Verblauung besteht.
  • Das Holz muss nicht entrindet werden und ist deshalb schnell für die Beregnungskonservierung aufgerüstet.
  • Es ist kein Einsatz von Chemie nötig. (Chemieeinsatz ist in Kombination mit Nasslagerung auch nicht gestattet.) Die Nasslagerung ist bei sorgfältiger Durchführung ökologisch bedenkenlos.
  • Die Nasslagerung ist v.a. geeignet bei grossem Holzanfall (Zwangsnutzungen) mit Absatzschwierigkeiten resp. absehbarem Preiszerfall.

Nachteile

  • Die Nasslagerung muss rasch erfolgen, d.h. bevor das Holz auszutrocknen beginnt.
  • Die Prioritäten beim Rüsten des Holzes sind deshalb unbedingt, und auch im Widerspruch zu anfänglich gutem Holzabsatz, auf die Nasslagerung auszurichten.
  • Nasslagerung lohnt sich nur für mindestens durchschnittliche Holzqualitäten. Überdurchschnittlich gute Holzqualitäten sollten sofort verkauft werden.
  • Wenn irgend möglich, sollten auf einem Polter Stämme bzw. Trämel mit etwa denselben Qualitäten gelagert werden. Auf jeden Fall müssen von Käfern befallene, bereits verblaute oder rotstreifige Stämme und Rotholz konsequent aussortiert werden. Beste Qualitäten und Spezialsortimente sollten ebenfalls vorher herausgenommen werden.
  • Zur Nasslagerung vorgesehenes Holz darf auf keinen Fall vorher mit chemischen Mitteln behandelt werden (Gewässerschutz).
  • Bewilligungen für Lagerplätze und Wasserentnahmen müssen sofort eingeholt werden, damit mit der Lagerung noch im richtigen Moment angefangen werden kann. Für nicht beregnetes, herumliegendes Holz wäre sonst evtl. eine Beregnung bereits zu spät.
  • Die Nasslagerung erfordert viel Wasser. Nicht alles Wasser ist für die Berieselung geeignet (Schwebstoffe führen zu Verstopfungen von Pumpen und Düsen; v.a. bei Bächen in Gebirgstälern zu beachten).
  • In Föhngebieten ist die Nasslagerung im Winter bei ständigem Wechsel von Frost- und Tauperioden problematisch.
  • Es entstehen relativ hohe Planungs-, Investitions- und Betriebskosten (gilt nicht für die Lagerung in stehenden Gewässern).
  • Oft sind bauliche Massnahmen erforderlich, die jedoch mit relativ geringem Aufwand realisiert werden können. Ein Stromanschluss muss vorhanden sein.
  • Es entstehen zusätzliche Transportkosten bis zu zentralem Lagerplatz. Deshalb sollte das Nasslager an einem Ort ohne Tonnagebeschränkung liegen. Aber auch das Mehrgewicht von nassem Holz (kleinere Lademenge beim Abtransport) muss beachtet werden.
  • Gewässerschutz- und fischereirechtliche Bewilligungen müssen eingeholt werden.
  • Für die Lagerung in stehenden Gewässern stehen in der Schweiz praktisch keine geeigneten Wasserflächen zur Verfügung. Bei Nasslagerung in Gewässern lässt sich das Holz kaum sortieren. Die Stämme drehen sich im Wasser nicht, der an der Luft liegende Teil des Stammes trocknet gerne aus oder wird von Insekten oder Pilzen befallen.
  • Bei Beenden der Nasslagerung muss das Holz rasch eingeschnitten werden.

Kosten

  • Die Kosten für Einrichtung und Betrieb der Beregnung im ersten Betriebsjahr bewegen sich zwischen Fr. 2.- und Fr. 25.-/ m3. Je grösser die Polter sind, desto tiefer werden die Kosten. Bei geeigneter Poltergrösse liegen die Kosten pro m3 gelagerten Holzes unter Fr. 10.- (exkl. zusätzliche Transportkosten). Die durch die Nasslagerung erreichte Werterhaltung rechtfertigt somit deren Kosten.

Umwelteinflüsse

  • Da bei der Nasslagerung unter keinen Umständen chemische Mittel eingesetzt werden dürfen, entsteht keine Umweltbeeinflussung durch Spritzmittel.
  • Gewisse Nachteile entstehen möglicherweise durch das Abdriften von gelöster Rinde in offenen Gewässern

Weitere Informationen / Literaturangaben:

  • kantonale Forstschutzbeauftragte
  • EMPA/LIGNUM u.a., 1990: Qualitätserhaltung von Rundholz bei längerer Lagerung; Merkblatt. LIGNUM, Zürich, EMPA Dübendorf u.a.: 10 S.
  • EMPA/LIGNUM u.a., 1992: Qualitätserhaltung von Rundholz bei längerer Lagerung Verblauung von nass gelagertem Holz. Merkblatt 1990 Zweite Zusatzinformation. LIGNUM, Zürich, EMPA Dübendorf u.a.: 3 S.
  • M. Arnold, J. Sell, 1992: Qualitätserhaltung von Rundholz bei längerer Lagerung. EMPA-Bericht Nr. 115/25, EMPA Dübendorf
  • Winkler M., 1993: Organisatorische und wirtschaftliche Aspekte der Bewältigung der Sturmholzlagerung im Kanton Zug. Schweiz.Z.Forstwes. 144 (11): 893-900
  • Zuber R., 1993: Organisatorische und wirtschaftliche Aspekte der Bewältigung der Sturmholzlagerung im Kanton Graubünden. Schweiz.Z.Forstwes. 144 (11): 901-909
  • Graf E., Manser P., 1996: Biologische Einflüsse bei der Rundholzlagerung Qualitätssichernde Massnahmen. Schweizer Holzzeitung 109 (22): 14

Verfasst durch die Mitglieder der AG FS - Arbeitsgruppe "Rundholzlagerung"

Silvio Covi, Luzern (Leiter)
Albert Elmiger, Appenzell Innerrhoden
Pius Manser, EMPA St. Gallen
Peter Schär, Solothurn
Erwin Städler, Aargau
Peter Steiner, Schwyz
Hanspeter Urech, Zürich
Martin Winkler, Zug

Luzern, im Januar 2000

Redaktion: Ruedi Zuber, Chur

  
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