Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Forstschutz AG FS

MERKBLÄTTER RUNDHOLZLAGERUNG

Alternativen zur chemischen Behandlung von Rundholzlagern im Wald gegen Holzschädlinge

 

Verfasst durch die Mitglieder der AG FS - Arbeitsgruppe "Rundholzlagerung" 

Luzern, im Januar 2000

 

VORWORT

"So wenig wie möglich - so viel wie notwendig."

So lautet eine der Kernaussagen im Zusammenhang mit der chemischen Behandlung von Rundholz. Damit verbunden sind aber eine ganze Reihe von Fragen, die in der Forstpraxis weitgehend nicht bzw. sehr unterschiedlich beantwortet werden:

  • Lässt sich die Insektizidmenge auf Rundholzlagern noch weiter verringern?
  • Kann eine einheitliche Praxis in den Kantonen, namentlich bei der Anwendungsbewilligung, angestrebt werden?
  • Welche Alternativen zur chemischen Behandlung bieten sich in welcher Situation an?
  • Gibt es Möglichkeiten des mechanischen Schutzes mit vertretbarem Aufwand?
  • Soll die Anwendungsbewilligung beim Chemieeinsatz nur für bestimmte Sortimente erteilt werden?
  • Wie soll man Föhrenholz behandeln?

Um diese Fragen beantworten zu können, hat die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Forstschutz eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese hatte den Auftrag, zuhanden der KOK, des BUWAL und der Forstpraxis eine Empfehlung zu erarbeiten. Bereits im Verlaufe der ersten Sitzung der aus sieben Kantonsvertretern und einem Vertreter der EMPA St. Gallen bestehenden Arbeitsgruppe wurde klar, dass der Föderalismus auch in der Frage der Anwendung der Pflanzenbehandlungsmittel (PBM) seine Blüten treibt und eine einheitliche, eidgenössische Lösung kein realistisches Ziel darstellt.

Über alternative Methoden zum Schutz des Rundholzes bestehen verschiedene Untersuchungen und Erkenntnisse, die während der letzten Jahre in Fachzeitschriften publiziert wurden. Ziel der vorliegenden Merkblätter ist es, die Methoden in kurzer Form, nach den wichtigsten Kriterien einheitlich zusammengefasst, in einer einzigen Publikation als kleines Nachschlagewerk für die Praxis vorzustellen. Vielleicht gelingt es so, den einen oder andern Chemieeinsatz im Wald zu vermeiden. Weil dies zumindest nicht von heute auf morgen der Fall sein wird, und damit die Vor- und Nachteile direkt mit den anderen Methoden verglichen werden können, ist auch die chemische Behandlung in der vorliegenden Publikation enthalten.

Im Zusammenhang mit der Zertifizierung unserer Wälder ist für die Umweltverbände der Chemieeinsatz eine wichtiger Aspekt. Wie das Beispiel der Bürgergemeinde Solothurn als erster in der Schweiz nach FSC zertifizierter Forstbetrieb zeigte, war der Druck vorhanden, im Vergleich zur Waldverordnung des Bundes (Art. 25-27) und der Stoffverordnung strengere Bestimmungen durchzusetzen. Im Zertifizierungsaudit-Bericht steht unmissverständlich, dass chemiefreie Forstschutzmassnahmen zu fördern und zu prüfen sind.

So soll die vorliegende Publikation Hilfe und Motivation für die Forstpraxis, aber auch für deren näheres Umfeld (Sägereien), sein, praktikable, innovative Ideen zu entwickeln, mit dem Ziel, den Chemieeinsatz zumindest zu reduzieren oder mit der Zeit sogar ganz durch umweltverträglichere Lösungen zu ersetzen. Ergänzend dazu findet sich eine Zusammenfassung über die Problematik "Schutz von Rundholz mit chemischen Schutzmitteln."

 

Die Publikation umfasst folgende alternative Methoden zur chemischen Rundholzbehandlung (6.):

Die einzelnen Merkblätter sind einheitlich aufgebaut und in einem Format vorliegend, das eine Vervielfältigung und Verbreitung ermöglicht.

Mitglieder der Arbeitsgruppe:

Silvio Covi, Luzern (Leiter)
Albert Elmiger, Appenzell Innerrhoden
Pius Manser, EMPA St. Gallen
Peter Schär, Solothurn
Erwin Städler, Aargau
Peter Steiner, Schwyz
Hanspeter Urech, Zürich
Martin Winkler, Zug

Luzern, im Januar 2000

Redaktion: Ruedi Zuber, Chur

 

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