Tintenkrankeit der Edelkastanie: Phytophthroa cambivora und/oder P. cinnamomi

Phytophthora-Arten zählen weltweit zu den gefährlichsten Wurzelpathogenen von mehr als 2000 Baum- und Staucharten. Die Zunahme dieser Krankheiten bei Waldbäumen wird Witterungseffekten (trockenheit-bedingtes Absterben von Feinwurzeln, aber auch Staunässe) wie auch einer allgemeinen Temperaturzunahme (Global change) zugeschrieben.

In der letzten Zeit wurden neue gefährliche Phytophthora-Arten auf Eichen und anderen Baumarten in USA gefunden und auf Erlen in Europa (UK, F). In Australien befällt Phytophthora cinnamomi ausgedehnte Gebiete des Jarrah-Waldes. Die Phytophthora-Arten sind schwierig zu diagnostizieren.

Die Tintenkrankheit  (P. cambivora und/oder P. cinnamomi) der Edelkastanie (Castanea sativa) ist in Südeuropa im Zunehmen. Sowohl Klimaerwärmung, Trockenheit wie auch die Bewirtschaftung werden als Ursache diskutiert. Phytophthora sp. befällt die Wurzeln der Bäume und führt rasch zum Absterben (Abb. 1 und Abb. 2)

 

Abb. 1: Edelkastanien mit schütterem Laub, ein Verdachtsmoment für die Tintenkrankheit.

Abb. 2: Von den Wurzeln aufsteigend ist das Kambium unter der Rinde dunkel verfärbt.

 

Seit zwei Jahren treten gehäuft Meldungen über absterbende Kastanien aus dem Tessin auf. Falls die Tintenkrankheit verbreitet ist, sind Massnahmen zu ergreifen, die ein weiteres Verschleppen verhindern: Uebertragung von Erde mit Schuhen und Werkzeugen und durch, infizierte Pflanzen aus Baumschulen. Bei Wiederherstellungsmassnahmen in den Selven sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen.

 

Ziel des Projektes

Folgende Fragen sollen beantwortet werden:

1. Wie verbreitet sind diese Absterbeprozesse in den Kastanienwäldern des Tessin?

2. Welche Phytophthora-Arten sind an den Absterbeprozessen beteiligt.

Methoden:

1. Erhebung der Verbreitung der Tintenkrankheit in Tessin (in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Forstdienst)

2. Methodenentwicklung/Methodenadaption zur Isolation und Bestimmung der Phytophthora-Arten: Ködermethode zur Isolation aus Bodenproben, Direkt-Isolation aus Pflanzenmaterial, Identifikation anhand von Kulturmerkmalen und morphologischen Kriterien. Identifikation mit molekular-biologischen Methoden.

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Kontakt: Ursula Heiniger

U. Heiniger, 7.3.2003