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Robinienfässer zur Veredelung von Tessiner Grappa

 

Neben ökologischen und waldbaulichen Aspekten gibt es bei der Robinie (Robinia pseudoacacia) ein erhebliches Potenzial für Produkte mit hoher Wertschöpfung. Tessiner und Südbündner Robinienholz für Grappa-Ausbau einzusetzen könnte zum Beispie eine interessante Nische darstellen. In einem dreijährigen Projekt (Mitte 2018 bis Mitte 2021) untersuchen wir die Nutzung von Robinienstämmen zur Produktion von Fassdauben und danach die Qualität der daraus resultierenden, holzausgebauten Tessiner Grappa.

Das von Federlegno, der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL und Agroscope durchgeführte Projekt wird vom Forschungsfonds Wald und Holz des Bundesamtes für Umwelt finanziert. Es wird über einen Zeitraum von drei Jahren durchgeführt und besteht aus zwei separaten Modulen.

 

Modul 1: Holzauswahl und -verwertung

Das erste Modul, das von Federlegno.ch und der WSL in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro EcoEng herausgegeben wurde, zielt darauf ab, die technischen Aspekte im Zusammenhang mit der Auswahl, Klassifizierung, Lagerung und Verarbeitung von Robinienholz für die Herstellung von Fassdauben zu vertiefen. Diese Arbeiten werden mit Hilfe von lokalem Fachwissen durchgeführ. Der Bau der Fässer wir hingegen einem spezialisierten Küfer der Deutschschweiz anvertraut. Das speziell ausgewählte Holz wird 24 Monate lang in der Luft gereift. Die Lebensdauer der Fässer ist auf wenige Jahre begrenzt: Es handelt sich darum um einen Nischenmarkt, der eine wiederholte Nachfrage nach Qualitätsholz erzeugen kann. Auf forstlicher Ebene könnte dies in geringem Umfang dazu beitragen, einen spezifischen und selektiven Waldbau mit positiven Auswirkungen auch auf andere Produkte und Dienstleistungen dieser Holzart fördern.

 

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Nach zwei Jahren ist das Holz bereit für die Verarbeitung
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Die Küferei Suppiger erstellt 50-Liter-Fässer für die Grappa. Photo: Mark Bertogliati, WSL
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Projektleiter und WSL-Forscher Mark Bertogliati hat die Robinien für das Experiment markiert und begleitet die Holzreifung mit periodischen Messungen. Foto: Mark Bertogliati
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In der Sägerei werden die Stämme für die Lagerung zugeschnitten. Foto: Mark Bertogliati
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Die Bretter werden zwei Jahre lang gelagert und periodisch kontrolliert. Foto: Mark Bertogliati
 

Modul 2: Grappa-Ausbau in 50-Liter-Fässer

Das zweite Modul, das von Agroscope betreut wird, konzentriert sich auf den Alterungsprozess von Grappa in 50-Liter-Fässern aus Robinie mit dem Ziel, seine technischen, sensorischen und organoleptischen Eigenschaften zu analysieren. Robinienholz verleiht Weinen und Spirituosen Aromen und besondere Noten, die bereits in anderen geografischen Kontexten anerkannt und geschätzt werden. Das Potenzial der Holz-Spirituosen-Kombination muss jedoch auf der Ebene einzelner Produkte und Regionen überprüft werden: In unserem Fall konzentrieren wir uns auf den Grappa von Merlottrester (Ernte 2019), ein Nischenprodukt, das bereits heute erkannt und geschätzt wird, aber noch erhebliche Entwicklungsspielräume aufweist.  

Die Kombination von einheimischem Holz mit der Inwertsetzung anderer Produkte des Gebietes ermöglicht es, einen Mehrwert zugunsten der gesamten Holzlieferkette und eine stärkere Diversifizierung des Tessiner Lebensmittel- und Weinsektors zu schaffen. Dieses Forschungsprojekt steht im Einklang mit dem in den letzten Jahren von Federlegno.ch geförderten Programm zur Valorisierung von frondellem Holz und mit dem wachsenden Interesse an den Tessiner Holzbarriques, die in Robinien eine neue und vielversprechende Entwicklungsform finden könnten.

 

Modul 3: Verbreitung des Produkts

Schließlich kommen wir zur dritten und letzten Phase, der Analyse der Ergebnisse und der Verbreitung. In diesem letzten Modul werden wir das potenzielle Interesse an der Produktion von veredelten Grappas aus Robinienholz und die möglichen Auswirkungen im Bereich der Laubholzverwertung aus der italienischsprachigen Schweiz bewerten.   Durch die Hinweise, die sich aus dieser Forschung sowohl auf der Ebene des Kosten-Nutzen-Verhältnisses als auch auf der Ebene der Weinherstellung ergeben werden sollte es möglich sein, private Weingüter in die Entwicklung eines neuen, für die Südschweiz typischen und authentischen Produkts einzubeziehen, dessen gemeinsamer Nenner Robinienholz ist.Im besten Fall werden wir das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden können: eine bessere Bewirtschaftung der Robinienwälder zu erreichen und gleichzeitig einen köstlichen Grappa zu kosten.