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Modellieren des Borkenkäfer-Risikos

 
 

Der laufende Klimawandel wird auch für unsere Wälder das abiotische und biotische Umfeld verändern. Höhere Temperaturen haben nicht nur ein schnelleres Wachstum der Vegetation, sondern auch der Insekten als mögliche Schaderreger zur Folge. Der wichtigste dieser Schädlinge in fichtendominierten Wäldern Mitteleuropas und Skandinaviens ist der Buchdrucker (Ips typographus). Sein Populationswachstum ist über einen grossen Bereich linear von der Temperatur abhängig.

Die prognostizierte Verschiebung der Niederschläge ins Winterhalbjahr wird im Sommer vermehrt zu Trockenstress der Wirtsbäume führen. Dies wird auch die Empfindlichkeit (Disposition) der Fichten auf Borkenkäferbefall erhöhen. Weiter werden möglicherweise die Frequenz und Intensität schwerer Stürme ansteigen. Grossflächige Windwürfe in Fichtenwäldern lösten schon bisher Buchdrucker-Gradationen aus.

Solche Massenvermehrungen dürften in Zukunft infolge der oben erwähnten Umstände noch häufiger werden. Dies ist für die Waldwirtschaft von grosser Bedeutung, stellt die Fichte als Wirtsbaum des Buchdruckers doch in der Schweiz die wichtigste Baumart dar. Sie macht im Mittelland nach LFI III 34 % des gesamten Holzvorrats aus, in den Voralpen und Alpen (häufig Schutzwälder) ist dies über die Hälfte.

Der Buchdrucker ist wegen seiner Bedeutung ein bereits vielfältig erforschter Organismus. Die wichtigsten Parameter seiner Biologie, Ökologie und Bekämpfung sind bekannt und in der Literatur verfügbar. Gerade im Management von Borkenkäfern werden aber die prognostizierten Klimaszenarien schon heute bestehende Unklarheiten akzentuieren und neue Fragestellungen schaffen.

 

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