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CLISP: Anpassung an den Klimawandel durch Raumplanung im Alpenraum

 

Hintergrund

Der Klimawandel und die damit verbundenen Auswirkungen beeinflussen  Landnutzung und Siedlungsentwicklung stark. Die Europäische Kommission zeigt in ihrem Green Paper "Anpassung an den Klimawandel in Europa – Optionen für Massnahmen der EU" die Potentiale der Raumplanung auf, kostengünstige Anpassungsmassnahmen an die Auswirkungen des Klimawandels zu definieren und betont dabei deren “Schlüsselrolle für die Sensibilisierung von Öffentlichkeit, Entscheidungsträgern und Fachleuten so wie für das Einleiten eines proaktiven Ansatzes auf allen Ebenen”.

CLISP wurde durch das Alpenraum-Programm der Europäischen Territorialen Kooperation 2007-2013 finanziert und von September 2008 bis September 2011 bearbeitet. Projektverantwortlicher ist das Umweltbundesamt GmbH Österreich. Die Partnerschaft setzt sich aus 14 Projektpartnern aus Österreich (6), Italien (3), Deutschland (1), Slowenien (1), der Schweiz (2), dem Fürstentum Liechtenstein (1) sowie internationalen Organisationen, nationalen und regionalen Behörden, nationalen Ämtern, Provinzen/Regionen, Forschungseinrichtungen und Instituten für angewandte Wissenschaft zusammen.

CLISP konzentriert sich auf die Herausforderungen für die Raumplanung durch den Klimawandel. Als Beitrag zur Klimaanpassung sollen Lösungsansätze für eine "klimabeständige" Raumplanung erarbeitet werden. Es sollen klimawandelbedingte räumliche Konflikte vermieden und vermindert, die Verwundbarkeit von Raumentwicklung und Raumstrukturen gegenüber negativen Klimafolgen reduziert und daraus resultierende Schäden und Kosten verhindert werden.

Arbeitspaket 5 "Klimawandelfitness der Raumplanung"

Im Projekt CLISP hat die WSL das Arbeitspaket 5 bearbeitet.

Ziele

  • Evaluation der Klimawandel-Fitness der Raumplanung (rechtlicher und institutioneller Rahmen, Instrumente).
  • Entwicklung von Lösungsansätzen für eine "klimabeständige" Raumplanung (climate proof planning) im Alpenraum, um sich an die Folgen des Klimawandels anpassen und nachteilige Auswirkungen (Schäden, Kosten) vermeiden zu können.

Forschungsfragen

  • Mit welchen Kriterien können wir die Klimawandel-Fitness der Raumplanung bewerten?
  • Sind die Raumplanungssysteme im Alpenraum "fit" für die Herausforderungen des Klimawandels?
  • Welches sind die Stärken und Schwächen der Raumplanung für die Klimaanpassung?
  • Wie können wir uns besser an die Risiken des Klimawandels anpassen?
  • Wie können wir die bestehenden Raumplanungsinstrumente und -verfahren verbessern?
  • Welche Guten Beispiele "klimabeständiger" Raumplanung gibt es im Alpenraum? 

Analyse

Das Arbeitspaket 5 wurde in fünf Teilen bearbeitet:

  1. Entwicklung von Kriterien zur Beurteilung der Klimawandelfitness der Raumplanungssysteme; 
  2. Evaluierung der Raumplanungssysteme im Alpenraum im Hinblick auf ihre Kapazitäten sich an den Klimawandel anzupassen oder diesen abzuschwächen;
  3. Evaluierung von Raumplanungsinstrumenten und -verfahren in Modellregionen hinsichtlich ihrer Kapazitäten im Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels;
  4. Identifizierung von Verbesserungsoptionen für die untersuchten Raumplanungssysteme und Zusammenstellen von Guten Beispielen klimabeständiger Raumplanung (climate proof planning);  
  5. Entwicklung eines Leitfadens zur Bewertung der Klimawandelfitness der Raumplanung. 

Ergebnisse

Als Hilfestellung zur Beurteilung der Anpassungsfähigkeit der Raumplanungsinstrumente wurde im CLISP-Projekt unter der Leitung des Bundesamts für Raumentwicklung ARE ein Leitfaden und eine Checkliste für PlannerInnen erarbeitet.

    Publikationen

    • Pütz, M.,Kruse, S. (2014) Climate change fitness of spatial planning in the Alpine Space. In: Climate Adaptation Manual. Lessons learned from European and other industrialized countries. Edited by Prutsch, A., McCallum, S., Grothmann, T., Swart, R., Schauser, I., Routledge, London. 
    • Kruse, S., Pütz, M. (2014) Adaptive capacities of spatial planning in the context of climate change in the European Alps, European Planning Studies. Vol. 22, No. 12, 2620–2638.
    • Pütz, M., Kruse, S., Butterling, M. (2011): Bewertung der Klimawandel-Fitness der Raumplanung. Ein Leitfaden für PlanerInnen. ETC Alpine Space Project CLISP. 42 p. (also available in English, Italian and Slovenian).
    • Pütz, M., Kruse, S., Butterling, M. (2011): CLISP Checkliste für Klimawandel-Fitness. ETC Alpine Space Project CLISP. 7 p.
    • Kruse, S., Pütz, M., Butterling, M. (2011): CLISP Bewertungskriterien für Klimawandel-Fitness. ETC Alpine Space Project CLISP. 5 p.
    • Pütz, M., Kruse, S., Casanova, E., Butterling, M. (2011): Climate Change Fitness of Spatial Planning. WP5 Synthesis Report. ETC Alpine Space Project CLISP. 116 p. (+ Annex 176 p.)
    • Pütz, M., Kruse, S. (2011): Governance der Klimaanpassung: Zur Anpassungsfähigkeit der Raumplanung im Alpenraum. In: Frommer, B., Buchholz, F., Böhm, H.R. (Hrsg.): Anpassung an den Klimawandel – regional umsetzen! Ansätze zur Climate Adaptation Governance unter der Lupe. München: oekom verlag. 61-78.
    • Pütz, M., Kruse, S. (2011): Regional Governance der Klimaanpassung – Wie anpassungsfähig ist die Raumplanung im Alpenraum? In: Egli, H. (Hrsg.): Forschungsmarkt regiosuisse und Tagung Regionalentwicklung 2010. Tagungsband. Arbeitsbericht IBR 002/2011. Luzern. 13-24.  
    • Pütz, M., Kruse, S. (2011): Klimaanpassung im Alpenraum. In: Eidg. Forschungsanstalt WSL (Hrsg.): Jahresbericht 2010. 14-15.
    • Kruse, S., Truong, J., Pütz, M. (2009): Klimaanpassung als Herausforderung für die Stadtplanung. forum raumentwicklung, 3: 28-30. [L'adaptation climatique, un défi pour l'aménagement urbain. Forum du développement territorial 3: 61-63]

     

    Projektteam

    WSL, Forschungsgruppe Regionalökonomie und -entwicklung

    • Marco Pütz (Projektleiter)
    • Sylvia Kruse
    • Jasmine Truong (2009)

    WSL-SLF, Forschungsgruppe Risikomanagement

    Esther Casanova Raumplanung, Chur

    • Esther Casanova

    Bundesamt für Raumentwicklung (ARE)

    • Melanie Butterling