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Raumplanerische Instrumente zum Kulturlandschutz in Europa

 

Die besten Landwirtschaftsböden befinden sich oft im Umland von Städten und sind von der Siedlungsausdehnung besonders betroffen. Die Raumplanung hat die Aufgabe diese Flächen vor Überbauung zu schützen. Dabei geht es in den meisten Ländern nicht nur um die Sicherung der Ernährungsgrundlage, sondern auch um die Erhaltung von Freiräumen für den Hochwasserschutz, die Biodiversität und die Erholung. Am wirkungsvollsten erscheint eine Kombination verbindlicher Instrumente aus Raumplanung und anderen Politikbereichen.

 

Die Siedlungsentwicklung hat in weiten Teilen Europas zu einem beträchtlichen Kulturlandverlust geführt. Dabei verschwindet nicht nur die Grundlage für die Nahrungsmittelproduktion, sondern auch tiefgründige Böden, die als Versickerungsgebiete für den Hochwasserschutz oder als Genpool für die Artenvielfalt wichtig sind. Zudem gehen stadtnahe Erholungsräume verloren. In diesem Projekt werden die raumplanerischen Instrumente zum Schutz landwirtschaftlicher Flächen in der Schweiz und ausgewählten europäischen Ländern untersucht.

Die untersuchten Länder verfolgen unterschiedliche Ansätze, um ihr Kulturland zu schützen. Dies ist unter anderem auf die nationalen Planungssysteme und die Kompetenzverteilung zwischen den Staatsebenen zurückzuführen. In allen untersuchten Ländern werden mit dem Kulturlandschutz auch weitere Ziele, wie die Erhaltung von Freiräumen und naturnahen Landschaften, verfolgt.

Es werden verschiedene Gruppen planerischer Instrumente identifiziert: Manche Länder formulieren nationale Zielvorgaben für den maximalen Flächenverbrauch. Weiter werden spezialisierte Kommissionen oder beratende Gremien eingesetzt. In verschiedenen Ländern werden auf regionaler oder nationaler Ebene landwirtschaftliche Vorrangflächen ausgeschieden, um besonders fruchtbare Böden zu erhalten. In Deutschland und Österreich werden auf regionaler Ebene Bodenfunktionsbewertungen zum Schutz des Kulturlandes eingesetzt.

Insgesamt zeigt sich, dass ein effektiver und langfristiger Kulturlandschutz am besten durch die flächendeckende Umsetzung mehrerer, sich verstärkender und verbindlich verordneter Instrumente zur Steuerung der Siedlungsentwicklung und zur Erhaltung des Kulturlandes erreicht wird. Hochaufgelöste, flächendeckende Bodendaten stellen dabei eine zentrale Grundlage für eine qualifizierte räumliche Interessenabwägung dar.

Details zum Projekt

Projektdauer

2016 - 2017

Projektleitung

Dr. Silvia Tobias

Stellvertretung

Jasmin Leuthard

 

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