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Auswirkungen von Kraftwerksprojekten auf die Landschaft in der Schweiz

Autori
Anno di pubblicazione
2017
Citazione:

Huber, M., 2017: Auswirkungen von Kraftwerksprojekten auf die Landschaft in der Schweiz. Master thesis.

 

Huber, M. 2017: Veränderung in der Wahrnehmung und der Diskussion der Auswirkungen von Kraftwerksprojekten auf die Landschaft in der Schweiz: Eine Zeitungsanalyse von 1900 bis 2015. Masterarbeit geleitet von Prof. Felix Kienast und PD Matthias Bürgi (WSL). D-USYS, ETH Zürich

 

Zurzeit wird intensiv darüber diskutiert, in welcher Form die Energieversorgung der Zukunft gestaltet werden sollte, da die Landschaft und speziell die Gewässer heute stark von den Auswirkungen der Stromproduktion geprägt sind. Diese Arbeit untersucht, wie sich die Wahrnehmung der Bevölkerung gegenüber den Landschaftseingriffen für die Energieproduktion seit 1900 verändert hat. Dazu werden Artikel der NZZ nach Erwähnungen der Wasser-, Kern- und Windkraft, in denen zugleich Landschaftsaspekte angesprochen werden, durchsucht. Der quantitative erste Teil beleuchtet, wie sich die Diskussion entwickelt hat und wo die thematischen Schwerpunkte liegen. Im qualitativen zweiten Teil werden, basierend auf ausgewählten NZZ Artikeln, die Werthaltungen gegenüber den Landschaftseingriffen analysiert.

Auf diese Weise konnte festgestellt werden, dass die Landschaftsauswirkungen von Kraftwerken seit den 1950er-Jahren verstärkt thematisiert wurden. Um dies erklären zu können, wurden die geäusserten Wertehaltungen der NZZ mit den Erklärungsmustern der Umweltgeschichte abgeglichen. Dadurch war es möglich, die Änderungen in den Wertehaltungen wie folgt zu erklären: Einerseits liegt die verzögerte Thematisierung daran, dass die Nutzung der Wasserkraft zur Stromproduktion zu Beginn neu war und deren Landschaftsauswirkungen nicht bekannt waren, respektive häufig auch positiv bewertet wurden. Andererseits war ein gewisser Wohlstand nötig, um einen Wertewandel auszulösen, durch den die verstärkte Thematisierung umweltpolitischer Themen erst möglich wurde.

Mit wachsendem Umweltbewusstsein in der Bevölkerung stieg der Druck auf die Kraftwerksbetreiber. Aber erst als durch die Kernkraft die Notwendigkeit, neue Wasserkraftwerke zu bauen, sank, konnten die Landschaftsauswirkungen der Energieproduktion in den 1970er-Jahren deutlich verringert werden. Es folgte eine Zeit, in der die Kraftwerksbetreiber und der Landschaftsschutz häufig in der Lage waren, sich auf Kompromisse zu einigen. Als jedoch die Risiken der Kernkraft, spätesten mit der Katastrophe in Tschernobyl, offenbar wurden, brach diese Allianz auseinander.

In der Folge war eine Neuausrichtung der Energiepolitik unumgänglich. Der Konflikt zwischen der Nutzung und dem Schutz der Natur konnte aber nicht gelöst werden, gab es doch keine Form der Energieproduktion die vergleichbar geringe Auswirkungen auf das Landschaftsbild hatte wie die Kernkraft. Erschwerend kam hinzu, dass mit der Klimadiskussion zusätzliche Ansprüche an die Energieproduktion gestellt wurden.

Dass, die Auswirkungen der Energieproduktion auf die Landschaft sehr kritisch bewertet werden, wird sich in absehbarer Zeit wohl nicht ändern. Forschungsgegenstand weiterer Arbeiten könnte dabei sein, wie sich die Wahrnehmung der Landschaft aufgrund der Klimadiskussion verändert hat.

Die Masterarbeit kann bei Prof. Felix Kienast als PDF bestellt werden.