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Landschafts- und Landnutzungswandel in Tänikon - eine retrospektive Analyse

Autori
Anno di pubblicazione
2020
Volume
155 pagine
Citazione:

Kreuzer, A., 2020: Landschafts- und Landnutzungswandel in Tänikon - eine retrospektive Analyse. Master thesis. 155 p.

 

Kreuzer, A., 2020: Landschafts- und Landnutzungswandel in Tänikon - eine retrospektive Analyse. Masterarbeit Universität Hohenheim und WSL. 155 Seiten. Betreut von Prof. Dr. Claudia Bieling (Universität Hohenheim) & PD Dr. Matthias Bürgi (WSL, Birmensdorf)

 

Diese retrospektive Analyse beschäftigt sich mit dem Landschafts- und Landnutzungswandel in der Umgebung des Agroscope Standortes in Tänikon TG, den Veränderungen in der Landschaft und in der Landnutzung sowie den zu Grunde liegenden Antriebskräfte und Prozessen.

Der Landnutzungswandel ist ein ubiquitäres Phänomen, das schon seit Jahrtausenden auf der ganzen Welt präsent ist (Nagendra et al. 2013, Plieninger et al. 2016). Innerhalb der vergangenen Jahrzehnte wurden jedoch Veränderungen beobachtet, welche sich auf Grund des zunehmenden anthropogenen Einflusses durch voranschreitende technologische Entwicklungsprozesse in einer anderen Größenordnung und Schnelligkeit auf die Landsysteme auswirkten, welche ihre Nachhaltigkeit gefährden (Plieninger et al. 2016). Zugleich hat sich der ländliche Raum auch dahingehend verändert, dass dieser verstärkt multifunktional genutzt wird, um den wachsenden Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Gleichermaßen erfährt auch die Schweiz einen stetigen Landnutzungswandel, der sich in den vergangenen 25 Jahren insbesondere im schweizerischen Mittelland in einer Erweiterung städtischer Flächen gezeigt hat (Price et al. 2015).

Diese retrospektive Analyse beschäftigt sich mit dem Landschafts- und Landnutzungswandel in Tänikon, Sitz der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Agrarwirtschaft und Landtechnik, welche heutzutage unter der Leitung des Kompetenzzentrums Agroscope steht und im schweizerischen Kanton Thurgau liegt. Die Untersuchung dient dazu, Veränderungen in der Landschaft und in der Landnutzung sowie die zu Grunde liegenden Antriebskräfte und Prozesse zu verstehen, um damit auch zur Planung künftiger Entwicklungsrichtungen von Tänikon und seiner Umgebung beitragen zu können.

Basierend auf einer Vielzahl von Quellentypen, die sich aus (historischen) Kartenwerken, Bildquellen sowie Statistiken zusammensetzt, erfolgt die Analyse jeweils in einem für die Landschaft und die Landnutzung definierten Untersuchungsgebiet und behandelt einen Zeitraum von 150 Jahren, welcher in vier charakteristische Epochen unterteilt wurde. Die Hauptnutzungsbereiche offenes Land, Wald und Siedlungsfläche sowie eine Auswahl von für diese Gebiete charakteristische Landschaftselemente wurden mithilfe von GIS- und Statistikanalysen auf ihre Veränderungen hin untersucht. In einer anschließenden Ursachenermittlung wurden die Entwicklungen in der Nutzung und Konstitution der Landschaft anhand ihrer verantwortlichen Antriebskräften erklärt.

In den einzelnen Epochen des untersuchten Zeitraumes haben sich deutliche Veränderungen gezeigt, die mehrheitlich durch das Zusammenwirken von politischen und technologischen Antriebskräften eingetreten sind. Mit der Vergrünlandung hat sich Ende des 19. Jahrhunderts die größte Landnutzungsveränderung gezeigt, die bis heute das Untersuchungsgebiet prägt.Grundlegende Umstrukturierungen in der Parzellierung von Landwirtschaftsflächen wurden im Rahmen der Gütermelioration Mitte der 1950er Jahre herbeigeführt, welche die Bewirtschaftung mit den parallel durchgeführten Rodungen im Feldobstbau rationeller machte. Auch hat das offene Land über den gesamten Untersuchungszeitraum auf Kosten des Siedlungsgebietes an Fläche verloren, das sich vor allem in den letzten 30 Jahren explosionsartig vergrößerte und von einer Erweiterung des Straßennetzes begleitet wurde.