Abstract

Wohlgemuth T, Nussbaumer A, Burkart A, Moritzi M, Wasem U, Moser B (2016) Muster und treibende Kräfte der Samenproduktion bei Waldbäumen. Schweizerische Zeitschrift fur Forstwesen, 167 (6): 316-324. [10.3188/szf.2016.0316]

Keywords

Abstract

Weshalb tragen Waldbäume nicht jedes Jahr gleich viele Früchte, und mit welchen Gesetzmässigkeiten findet massenhafte Fruchtproduktion statt? Darüber machte man sich bereits vor über 100 Jahren sehr genaue Gedanken, als die Nachzucht von Bäumen ökonomisch bedeutend war. Die Fragen sind keineswegs vollständig geklärt worden. Vielmehr stellen sich heute durch den Klimawandel und die Ungewissheit über das Weiterbestehen von Wäldern an ihrem Standort dieselben Fragen von Neuem. Eine 25 Jahre dauernde Beobachtungsreihe zur Variation des Fruchtbehangs bei mehreren Hauptbaumarten in der Schweiz zeigt für Buche (Fagus sylvatica), Eiche (Quercus petraea, Q. robur) und Tanne (Abies alba) im Mittelland unterhalb von 800 m ü. M. eine mittlere Frequenz von drei Jahren für eine massenhafte Samenproduktion (Halb- und Vollmast). Die Fichte (Picea abies) bildet dagegen nur alle sechs Jahre massenhaft Zapfen. In den Jahren 1992 und 2011 trugen alle vier Baumarten massenhaft Früchte. Wir diskutieren diese Befunde vor dem Hintergrund verschiedener Theorien und aktueller Forschungsergebnisse. Vom aktuellen Stand des Wissens leiten wir einen Bedarf an verfeinerten Grundlagendaten ab und stellen hierzu das neue Melde- und Informationsnetzwerk «mastweb.ch» vor. Dieses ermöglicht es Freiwilligen in Zukunft, mittels einfacher Beobachtungskriterien Angaben zur Situation des Fruchtbehangs von Bäumen zu melden (Bürgerwissenschaftsansatz). Mit den so zusammengetragenen Daten können Übersichtskarten zur Mastsituation zeitnah verfügbar gemacht werden, und längerfristig entsteht auf diese Weise eine solide Grundlage für die räumlich-zeitliche Untersuchung von Mastphänomenen.

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Network: sanasilva, Category: reviewed,