FireNiche

FireNiche: Statistische Methode zur Erkennung von Waldbrandgefahr

Um die Einschränkungen einzelner Waldbrand-Indizes zu überwinden, hat die WSL-Forschungsgruppe am Campus Cadenazzo eine Methode entwickelt, bei der mehrere Indizes in einem an die lokalen Gegebenheiten angepassten Modell kombiniert werden.

„FireNiche“ lehnt sich an die Nischenmodellierung nach der Maximum-Entropie-Methode (MAXENT) an.  Diese wird in der Umweltforschung angewendet, um die ökologische  Nische bestimmter Arten auf der Basis von bekannten Fundorten und deren Umweltparametern zu modellieren. Einfach gesagt: Aufgrund einr Umfeldanalyse bei vergangenen Funden bekommt man ein Bild, unter welchen Umständen sich eine bestimmte Art "wohl fühlt" (sozusagen ihre Nische findet) und wo bzw. wann man darum am ehesten mit ihrer Anwesenheit rechnen kann.  Nach demselben Prinzip errechnet  die WSL-Methode die tägliche Waldbrandgefahr: Anstatt Fundorte verwendet sie die statistisch bekannten Waldbrandtage der Vergangenheit.  Den Umweltparametern entsprechen die Wetterinformationen. Die „Waldbrand-Nische“ wird durch die besondere Wetterkonstellation definiert, die an den Brandtagen herrschte. Die Modelle wurden aufgrund der stattgefundenen Waldbrände der letzten 20 Jahre erarbeitet. 

Voraussetzung für die Anwendung von «FireNiche» ist eine langjährige und möglichst vollständige Waldbrand- und Wetterstatistik für das Beobachtungsgebiet. Diese steht in der Schweiz mit Datenbank „Swissfire“ und den langjährigen Daten von Meteoschweiz für die meisten feuergefährdeten Gebieten in hoher Qualität zur Verfügung.

Einsatz beim Kanton Tessin

Die kantonale Beobachtungsstelle „Osservatorio ambientale della Svizzera Italiana OASI” hat die FireNiche-Methode im IT-System der kantonalen Verwaltung umgesetzt. Dort werden di Meteoschweiz-Daten vollautomatisch aufbereitet, die nötigen Waldbrand-Wetterindizes und der FireNiche Index errechnet. Der Fire Niche Index wird danach in Gefahrenklassen eingeteilt und auf einer internen Web-Oberfläche dargestellt, die den Fachspezialisten (Forst- und Meteodienste, Feuerwehren) zur Verfügung steht.  So haben die Behörden jederzeit ein wissenschaftlich abgestützte Entscheidungshilfe wenn es darum geht, die Waldbrandgefahr einzustufen und entsprechende Vorbeugungs - und Waldbrandbekämpfung-Bereitschaftsmassnahmen zu ergreifen.

Kontakt

Links und Publikationen

  • Swissfire: Langjährige Statistik der Waldbrände in der Schweiz
  • Modelling the Meteorological Forest Fire Niche in Heterogeneous Pyrologic Conditions - De Angelis et al. 2015 (PLOS ONE)