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Quantifizierung von Totverbiss an verschiedenen Standorten

 
 

Wildlebende Huftiere - besonders Reh, Gämse und Rothirsche - fressen die Triebe von jungen Bäumchen und können damit direkte Mortalität (Totverbiss) und indirekte Mortalität (Konkurrenznachteile) verursachen. Welche Faktoren beeinflussen die Häufigkeit der durch Verbiss bedingten Mortalität? Kann mit Zaun - Nicht Zaun Vergleichsflächenpaaren der Totverbiss abgeschätzt werden und wie wichtig sind Weisstannen-Samenbäumen bei der Etablierung und Überlebenswahrscheinlichkeit der Tannen unter Verbisseinfluss?

 
 

Einflüsse von wildlebenden Huftieren auf die Baumverjüngung

Wildlebende Tiere - besonders Reh, Gämse und Rothirsche - fressen die Triebe junger Bäumchen. Wildlebende Huftiere wählen dabei selektiv einzelne Baumarten und beeinflussen deshalb das Wachstum und das Überleben der je nach Baumart unterschiedlich.

Damit ein Einfluss des Verbisses durch wildlebende Huftiere auf die Verjüngung eingeschätzt werden kann, sind insbesondere Informationen zu folgenden Faktoren / Merkmalen nötig:

  • Endtriebverbiss-Stärke und deren Häufigkeit
  • Höhenzuwachs der Bäumchen und damit zur Durchwuchszeit (Zeitspanne, wie lange einzelne Baumarten der Äsung durch Huftiere ausgesetzt sind)
  • Höhen- und Höhenzuwachsverlust durch Verbiss und damit der Änderung im relativen Höhenzuwachs der verschiedenen Baumarten untereinander
  • Reaktionsgeschwindigkeit resp. die zeitliche Verzögerung bis zur Neuausbildung eines Endtriebes
  • Dichte und räumliche Verteilung der Verjüngung
  • Verbissbedingte Mortalität der Bäumchen bzw. Totverbiss
 

Ziel und Hypothesen

Ziele:

Ziel dieses Projektes ist die Erforschung, von welchen Faktoren die Häufigkeit der durch Verbiss bedingten Mortalität abhängt.

Zudem soll eruiert werden, inwiefern mit Zaun - Nicht Zaun Vergleichsflächenpaaren die verbissbedingte Mortalität für einen Standort abgeschätzt werden kann und welche Rolle den Samenbäumen bei der Etablierung und Überlebenswahrscheinlichkeit der Bäumchen unter Verbisseinfluss zukommt.

Hypothesen:

  • Die durch Verbiss bedingte Mortalität ist artspezifisch, wobei die Weisstanne eine der empfindlichsten Baumarten sein dürfte.
  • Je leichter der Verbiss (nur Knospenfrass), desto kleiner die Mortalität.
  • Je vitaler, grösser und kräftiger das Bäumchen , desto kleiner die Mortalität.
  • Die verbeissende Tierart (Reh, Hirsch oder Gämse) spielt eine Rolle, wobei Gämsen oft wiederholt an denselben Bäumchen fressen und Hirsche grössere Bisse nehmen als Rehe.

Und deshalb:

  • Je mehr wildlebende Huftiere vorhanden sind, desto stärker der Verbiss, desto höher die Mortalität.
  • Je mehr Bäumchen (Verjüngungsdichte), je leichter der Verbiss, desto kleiner die Mortalität.
  • Je besser die Standortsverhältnisse (Licht, Wasser, Nährstoffe) für die jeweilige Baumart, desto besser das Wachstum  und desto effizienter und schneller (d.h. ohne Zeitverzögerung) reagieren die Bäumchen nach Verbiss und desto kleiner die Mortalität.
  • Je höher das Nahrungsangebot für die wildlebenden Huftiere, desto weniger und leichterer Verbiss, desto kleiner die Mortalität.

 

 
 

Methode: Vergleichsflächenpaare

Die Quantifizierung des Totverbisses erfolgt in zwei Modulen:

  • Detaillierte Untersuchungen in rund 160 neu angelegten Vergleichsflächenpaaren (gezäunte Fläche und ungezäunte Fläche) mit unterschiedlicher Distanz zu Weisstannensamenbäumen.
  • Auswertung bestehender Vergleichsflächenpaare aus verschiedensten Kantonen der Schweiz.

Im Modul 1 werden alle Bäumchen individuell eingemessen, ihre Höhenzuwächse gemessen und ihre Verbiss-Geschichte beurteilt. Weiter werden Daten zum alternativen Nahrungsangebot, zur Lichtverfügbarkeit, zur Baumartzusammensetzung im Altbestand, zur Sonnenscheindauer, zur Bodenbeschaffenheit etc. erhoben. Während zweier Jahre wird im Frühling und Herbst das Überleben, der Verbiss und das Aufwachsen jedes dieser Bäumchen verfolgt. Bei einigen ungezäunten Flächen werden Fotofallen platziert zur Dokumentation (Filmen) der Tierart die den Verbiss verursacht.

In Modul 2 sollen bisherige Vergleichsflächenpaare aus verschiedensten Regionen der Schweiz (und diejenigen aus Modul 1) zusammengehängt, mit Umweltvariablen und Daten zur Wilddichte verknüpft und ausgewertet werden.