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Entwicklung des Wasserdargebots im Kanton Zürich

 

Das globale Klima verändert sich und damit einhergehend auch das Wasserdargebot der Schweizer Gewässer. In dieser Studie wurden anhand der CH2018 Klimaszenarien und den hydrologischen Projektionen Hydro-CH2018, Abflussszenarien (also das zukünftige Wasserdargebot) für den Kanton Zürich erstellt. Angeschaut wurden die Fliessgewässer Limmat, Thur, Glatt, Reppisch, Sihl, Töss, Furtbach, Rhein, Reuss sowie die zwei Seen Zürichsee und Greifensee für drei Zukunftsperioden (2035, 2060, 2085). Bei den kantonalen Einzugsgebieten wurden neue Routing Modelle erstellt, die zusammen mit dem hydrologischen Modell genauere Abflusssimulationen lieferten.

Die Abflussszenarien haben gezeigt, dass sich die mittleren Abflüsse im Kanton Zürich bis Ende des Jahrhunderts saisonal verändern werden. Im Winter ist wegen der Niederschlagszunahme mit einer Abflusszunahme zu rechen. Diese variiert je nach Einzugsgebiet, betrachteter Zeitperiode und Emissionsszenario. Die grösste Veränderung ist bei der Reuss in Mellingen im Januar Ende Jahrhundert unter RCP 8.5 mit +55 % Abfluss (im Vergleich zur Referenzperiode 1981 – 2010) zu erwarten. Im Sommer ist, verursacht durch ein Niederschlagsdefizit, mit einer deutlichen Abflussabnahme zu rechnen. Die grösste Veränderung ist bei der Reuss in Mellingen im August Ende Jahrhundert unter RCP 8.5 mit -51 % zu erwarten. Die mittleren jährlichen Abflüsse verändern sich in den meisten Einzugsgebieten nicht eindeutig (kein ausgeprägter Trend zur Zu- oder Abnahme). Bei der Sihl, der Limmat und der Reuss könnten die Jahresmittelwerte jedoch in Zukunft tiefer liegen. Bis Ende Jahrhundert und unter RCP 8.5 sind dies -8 % bis -9 %.

Bei der Limmat, dem Rhein und der Reuss ist damit zu rechnen, dass sich das Abflussminimum der Medianabflüsse innerhalb des Jahres vom Winter in den Sommer verschiebt. Beim Niedrigwasser, Q347, ist in allen Einzugsgebieten bis Ende Jahrhundert eher mit einer Abnahme zu rechnen. Die grösste Abnahme ist bis Ende Jahrhundert unter RCP 8.5 bei der Thur mit -41 % zu erwarten.

Mit dieser Studie soll, im Hinblick auf künftige Konzessionserteilungen für die Wassernutzung aus den genannten Oberflächengewässern, eine Entscheidungsgrundlage geschaffen werden. Die Studie richtet sich an sämtliche Akteure der Wasserwirtschaft im Kanton Zürich. Die Ergebnisse sollen den gegenwärtigen und künftigen Nutzern (bspw. Wasserkraftwerke, Wasserversorgung, Landwirtschaft, Industrie, etc.) eine Grundlage zur Entwicklung der Wasserverfügbarkeit bereitstellen, die für die langfristige Betriebsplanungen unterstützend sein soll (bspw. Bau von Bewässerungsanlagen, Investitionen in wasserintensive industrielle Prozesse, etc.).

Das Projekt wurde Mitte Juni 2021 mit einem Abschlussvortrag beim Kanton Zürich abgeschlossen.