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Wachstumsdynamik in Plenterwälder

 

Projektbeschrieb

Viele Gebirgswälder, z.B. Fichtenwälder, werden bis zum Rotationsalter als relativ gleichförmige Bestände bewirtschaftet, dann wiederholt sich dieser Prozess. Die Durchmesser- und Höhenverteilungen entsprechen einer Normalverteilung. Fichtenwälder und andere Baumarten können jedoch auch in ungleichförmigen Beständen wie so genannten Selektionssystemen bewirtschaftet werden. Die aussergewöhnlichste Bewirtschaftungsform ist der Einzel- oder Kleingruppenselektionswald, der als Plenterwald bezeichnet wird. Hier entsprechen die Durchmesserverteilungen in etwa einer umgekehrten J-Form (Abbildung 1). Während grosse Datenmengen über die Funktion von gleichförmigen Wäldern vorhanden sind, gibt es viel weniger Informationen über Plenterwälder, insbesondere darüber, wie gleichförmige Wälder in Plenterwälder überführt werden können. Diese Informationsarmut führt unter Umständen zu einer stark eingeschränkten Nutzung von Plenterwäldern oder macht Vergleiche zwischen der Funktion von Plenterwäldern und der Funktion von gleichförmigen Wäldern unmöglich.

Bei der Überführung von gleichförmigen Wäldern in Plenterwälder besteht die Gefahr, dass der Bestand durch die Eingriffe bei Störungen wie Stürmen oder Lawinen instabil wird. Eingriffe sollten daher dann durchgeführt werden, solange es starke Bäume gibt, die gesund genug sind, so lange zu überleben, bis sich viele neue Altersklassen etablieren konnten. Jedoch müssen so viele starke Bäume durchforstet werden, dass sich die neuen Bäume etablieren und entwickeln können, ohne dabei unterdrückt zu werden.

Die Überführung beginnt normalerweise mit der Schaffung von kleinen Lücken oder Löchern zur Förderung der Verjüngung.  Die Durchforstung erfolgt auch zwischen den Verjüngungsgruppen, um die Zukunftsbäume zu fördern und dadurch die Bestandsstabilität zu verbessern. Die Eingriffe werden ca. alle 8 Jahre wiederholt und der Bestand wird gleichzeitig gemessen. Der Überführungsprozess alleine dauert je nach Waldtyp und ursprünglicher Bestandsstruktur ca. 60 Jahre. Das EFM-Netzwerk umfasst etwa 100 Versuchsflächen, die sich im Überführungsstadium befinden oder bereits Plenterstrukturen aufweisen.

Potentielle Interessenten aus Forschung und Praxis können gerne jederzeit auf diesen Versuchsflächen Dynamiken wie Verbiss, Verjüngung, Schneedruck, Waldlawinen Biodiversität etc. untersuchen.

 

Zielsetzung:

  1. Überführung von nicht durchforsteten, ursprünglich gleichförmigen Fichtenwäldern in Plenterwälder mit stabilen, umgekehrt J-förmigen Durchmesserverteilungen (Abbildung 2). Information zum langfristigen Programm, siehe Forschungsplanen (PDF1 & PDF2).
  2. Erstellen von Vergleichen zwischen der Wachstumsdynamik von Plenterwäldern und jener von gleichförmigen Beständen mit Durchmesser- und Höhenverteilungen, welche den Normalverteilungen entsprechen.
  3. Quantifizierung der Auswirkungen von Eingriffen auf das Wachstum von Einzelbäumen und Beständen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Grössen- und Dominanzklassen.
  4. Soweit möglich, Verbindung von Plenterüberführungsflächen mit unbehandelten Flächen oder Flächen mit gewöhnlichen Bewirtschaftungsformen.
  5. Vergleich der Wachstumsdynamiken verschiedener Arten von Plenterwälder, z.B.
    1. P. abies Gruppen-Plenterwälder in Höhenlagen. In diesen Wäldern werden die vierschieden Altersklassen pro Gruppe gemischt; eine Gruppe hat einen Durchmesser von ca. 15-20 m („Rottenstruktur“). Diese Art von Bewirtschaftung erhöht die Bestandesstabilität bei Störungen wie z.B. Lawinen.
    2. Abies alba und Picea abies dominierende Wälder (Abbildung 3)
    3. Fagus sylvatica dominierende Plenterwälder (Abbildung 4). Laubwälder erfordern auch eine gruppenweise Mischung unterschiedlicher Altersklassen, jedoch aus einem anderen Grund als die hochgelegenen P. abies Plenterwälder. Um eine gute Schaftform entwickeln zu können, benötigt Fagus sylvatica eine gewisse Kronenkonkurrenz von Nachbarbäumen mit Kronen auf der gleichen Höhe. Dies verhindert eine übermässige horizontale Ausbreitung der Kronen.
    4. Variationen der oben genannten Plenterwälder wie P. abies – F. sylvatica Wälder, A. alba – P. abies – F. sylvatica Wälder.
    5. Baumartenreich Plenterwälder (Abbildung 5).
    6. Hochgelegene Pinus cembra-, Larix decidua- und Picea abies-Plenterwälder (Abbildung 6).
 

Abbildung 1. Ein Beispiel der Durchmesserverteilungen für eine Picea abies – Abies alba Plenterwaldversuchsfläche (1-031.000). Die durchgezogene schwarze Linie im oberen Feld zeigt den „Gleichgewichtszustand“ des Bestands und zeigt eine In-Transformation der Frequenz auf der y-Achse. Das mittlere Diagramm zeigt die Baumartenzusammensetzung der letzten Inventur an, ohne In-Transformation der y-Achse. Das untere Diagramm zeigt, die Höhenverteilung. Das untere Diagramm zeigt die Höhenverteilung.

 

Abbildung 2. Im Gegensatz zu den obigen Abbildungen zeigt diese Abbildung einen Bergwald mit Picea abies, Pinus cembra und Larix decidua, der sich in einem Überführungsstadium in Richtung Plenterwald befindet (01-033.000). Es ist zu beachten, dass noch zu viele Bäume in den mittleren und oberen Durchmesser- und Höhenklasssen vorhanden sind. Dieser Überfluss an starken Bäumen wurde jedoch mit jedem Eingriff reduziert, wie im unteren Diagramm zu sehen ist. 

 
 
 
 
 

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