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Flüsse renaturieren und vernetzen

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Die Flüsse in der Schweiz brauchen wieder mehr Platz. Wir erarbeiten Grundlagen dazu, worauf bei Flussrenaturierungen aus ökologischer Sicht geachtet werden muss und untersuchen, wie solche Projekte sozialverträglich durchgeführt werden können.

 

Seit Januar 2011 sind alle Schweizer Kantone verpflichtet, den Gewässerraum auszuscheiden, der benötigt wird, um die natürlichen Funktionen der Gewässer, den Hochwasserschutz und die Gewässernutzung zu gewährleisten. Revitaliserungen sollen Flüsse in einen naturnahen Zustand überführen. Zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt, den Fachstellen der Kantone und diversen Partnerinstituten des ETH-Bereichs erarbeiten wir ökologische, sozialwissenschaftliche und wasserbauliche Grundlagen für solche Revitalisierungsvorhaben und unterstützen damit deren Planung und Umsetzung.

Oft stellen Stauwerke Barrieren für den Genfluss zwischen Tier- und Pflanzenpopulationen dar. Wir untersuchen insbesondere die Ansprüche seltener und gefährdeter Arten an die Qualität, Dynamik und Vernetzung von Lebensräumen rund um Fliessgewässer. Dazu verwenden wir populationsgenetische Methoden, mit denen wir den Grad der Vernetzung zwischen den Populationen direkt bestimmen können. Diese Daten fliessen in Modelle ein und ermöglichen Voraussagen, wo sich Arten in Zukunft trotz Barrieren etablieren könnten. Auf diese Weise ist es möglich, allfällige Standorte für Revitalisierungen zu planen.

 

Flüsse sozialverträglich revitalisieren

Von einer Flussrevitalisierung ist immer auch die lokale und überregionale Bevölkerung betroffen. Aufgrund vielfältiger Nutzungsansprüche an den Gewässerraum tangieren konkrete Revitalisierungsmassnahmen sehr unterschiedliche Interessen in der Bevölkerung, und es kommt nicht selten zu Konflikten.

Wir untersuchen, welche Einstellungen die Bevölkerung zu Flussrenaturierungen hat und was die unterschiedlichen Ansprüche an solche Projekte sind, welche Konflikte sich aus konkreten Renaturierungsprojekten ergeben können, wie diese gelöst werden können und wie die betroffene Bevölkerung einbezogen werden kann. Dazu verwenden wir qualitative, quantitative und experimentelle Verfahren der Sozialforschung. Ziel ist es, Grundlagen zu erarbeiten, wie Revitalisierungsprozesse sozialverträglich und somit nachhaltig gestaltet werden können.

 

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