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Hochwasservorhersage

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Hochwasser verursachen in der Schweiz jedes Jahr Sachschäden von durchschnittlich mehreren hundert Millionen Franken. Deshalb entwickeln wir Computermodelle und überwachen Wasserzuflüsse, um Hochwasser vorherzusagen und rechtzeitig davor zu warnen.

 

Aktuelle und vergangene Hochwasser bieten eine Gelegenheit, die Ursachen zu verstehen und stark gefährdete Gebiete zu erkennen. Wir dokumentieren deshalb seit 1972 alle Hochwasserereignisse der Schweiz in unserer Unwetterschadens-Datenbank. Damit können Ingenieure Gefahrenkarten erstellen und sie dient uns dazu, unsere Hochwassermodelle zu eichen.

Die Hochwassersimulationen speisen wir unter anderem mit Schmelzwassermengen. Der operationelle schneehydrologische Dienst (OSHD) am SLF liefert uns diese. Wir analysieren, wo wie viel Schnee liegt und verknüpfen diese Daten mit Schneeschmelz- und Wettervorhersagemodellen. Damit berechnen wir, wie viel Schmelzwasser in den kommenden Tagen abfliessen wird.

 

Frühzeitig Hochwasser erkennen

Seit September 2008 betreiben wir für die Stadt Zürich und das Sihltal ein Hochwasservorhersagesystem (IFKIS-Sihl). Da wir die Hochwassersituation täglich neu modellieren, können wir Ereignisse frühzeitig erkennen. Dies verbessert die Sicherheit für die Stadt und den Hauptbahnhof Zürich, was vor allem während der Bauphase am Bahnhof Löwenstrasse von 2008 bis April 2011 wichtig war.

Wir erforschen auch das Risiko für Extremhochwasser an Aare und Rhein (EXAR). Dabei befassen wir uns mit Zeiträumen von bis zu 100‘000 Jahren, was beispielsweise für die langfristige Sicherheit von Kernkraftwerken wichtig ist. Um das Risiko zu beurteilen, erfassen wir Fliessgeschwindigkeiten, morphologische Veränderungen der Flüsse und wie häufig es in der Vergangenheit zu Extremhochwasserereignissen gekommen ist. Ausserdem fliessen Prozesse wie Erosion, Rutschungen, und Dammbrüche in die Beurteilung mit ein.

 

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