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Verdrängen Flaumeichen die Walliser Waldföhren?

Autoren
Erscheinungsjahr
2006
Reihe
Merkblatt für die Praxis 41
Umfang
16 Seiten
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Zitat:

Rigling, A.; Dobbertin, M.; Bürgi, M.; Gimmi, U.; Graf Pannatier, E.; Gugerli, F.; Heiniger, U.; Polomski, J.; Rebetez, M.; Rigling, D.; Weber, P.; Wermelinger, B.; Wohlgemuth, T., 2006: Verdrängen Flaumeichen die Walliser Waldföhren?. Merkblatt für die Praxis, 41. Birmensdorf, Eidg. Forschungsanstalt WSL. 16 p.

 

Kurzzusammenfassung

Der Walliser Waldföhrengürtel ist ein prägendes Landschaftselement. Er bietet Schutz vor Steinschlag, Erosion und Lawinen, ist ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere und dient als Erholungsraum für Einheimische und Touristen. Seit Jahrzehnten weisen die Waldföhren im Wallis und in anderen inneralpinen Tälern jedoch eine bis zu zehn Mal höhere Sterberate auf als in vergleichbaren Wäldern des Mittellandes.

Das Föhrensterben kann nicht durch einzelne Faktoren erklärt werden. Vielmehr ist das Zusammenspiel verschiedener Einflüsse entscheidend: Besonders im Sommer leiden die Föhren unter Wassermangel. Solche Sommer sind in den letzten zwanzig Jahren vermehrt aufgetreten. Durch die veränderte Landnutzung wird die Föhre zusätzlich durch die Flaumeiche verdrängt. Bis in die 1950er Jahre weideten Ziegen und Schafe in den Wäldern und schränkten das Überleben der Laubbäume ein. Ausserdem wurden durch die Streunutzung die Eicheln entfernt. Durch die Aufgabe dieser Art von Waldwirtschaft dehnt sich nun die Flaumeiche weiter aus. Ein weiterer Grund für das Föhrensterben sind Misteln. Die Misteln entziehen den Bäumen Wasser und Nährstoffe, insbesondere in Trockenzeiten. Früher ernteten die Leute Misteln für medizinische Anwendungen und befreiten so die Föhren von den zusätzlichen "Trinkern".

Weil Klimaerwärmung und die Aufgabe der traditionellen Landnutzung das Föhrensterben fördern, ist es schwierig Massnahmen dagegen zu ergreifen. Die Forschenden betonen deshalb die Wichtigkeit von waldbaulichen Massnahmen. Ziel ist es, einen gut gemischten Laub- oder Flaumeichenwald mit Bäumen unterschiedlichen Alters zu haben. Ein solcher Wald kann langfristig die Schutzfunktion der Föhrenwälder übernehmen.