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Arealstatistik Schweiz: Punkt für Punkt zum Biotopschutz

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Alle hundert Meter ein Punkt: Die Arealstatistik des Bundes erhebt mit Luftbildern von swisstopo auf 4,1 Millionen Punkten Daten zur Bodennutzung und -bedeckung der Schweiz. Im Rahmen der Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz (WBS) setzt die Gruppe Fern­erkundung der WSL diesen Datensatz ein, um den Zustand und die Entwicklung von Biotopen von nationaler Bedeutung – Moore, Trockenwiesen und -weiden (TWW), Amphibienlaichgebiete und Auen – zu überprüfen. Nehmen Büsche und Wald zum Beispiel auf Trockenwiesen überhand, verlieren diese ihren Wert.

Zunächst testeten die Forschenden um Christian Ginzler, wie gut die knapp 6000 Biotope von nationaler Bedeutung durch die Arealstatistik abgebildet werden. Bei den eher grossflächigen Flachmooren sowie TWW werden immerhin zwei Drittel der Objekte mit genügend Punkten abgedeckt, um verlässliche Aussagen zu ihrem Zustand machen zu können. Bei den meist sehr kleinen Hochmooren hingegen enthalten über 35 Prozent der Objekte gar keinen Punkt. Für sie lässt sich dieser Datensatz also nur beschränkt nutzen.

Ein Vergleich der Arealstatistiken von 1979/85 und 2004/09 zeigte, dass zahlreiche Flachmoore sowie TWW von nationaler Bedeutung zunehmend verbuschen. Dank Pflegeeingriffen wie etwa dem Schliessen von Entwässerungsgräben gab es aber auch den umgekehrten Trend. Zudem verbuschten nicht geschützte Flachmoore stärker, und auch in Wiesen in der Umgebung von TWW wuchsen mehr Büsche als in den TWW selbst. Fazit: Daten der Arealstatistik erlauben es, solche Trends zu erkennen und rechtzeitig Pflegemassnahmen einzuleiten. (Beate Kittl, Diagonal 2/17)