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Dimmbare LED-Strassenleuchten helfen bedrängten Nachtschwärmern

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Künstliche Lichtquellen können für nachtaktive Insekten tödliche Fallen sein: Die Tiere umkreisen die Lampen bis zum Erschöpfungstod. Kann eine geringere Dauer oder Helligkeit der Strassenbeleuchtung die Verluste
reduzieren? Wie beeinflusst dies Insekten jagende Fledermäuse? Dies testeten WSL-Biologen um Janine Bolliger zusammen mit den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ). Diese installierten in Urdorf und Regensdorf sensorgesteuerte LED-Strassenleuchten. Wenn keine Autos vorbeifahren, dimmen die Lampen ihr Licht automatisch um etwa zwei Drittel ab.

Weniger Licht, weniger Opfer

Für den Pilotversuch wurde im Sommer 2017 das Lichtregime im Wochentakt zwischen gedimmtem Licht und voller Beleuchtung umgeschaltet. Fallen an den LED-Leuchten fingen fliegende Insekten ein, Aufnahmegeräte zeichneten Fledermausrufe auf. Ein WSL-Mitarbeiter sammelte jeweils frühmorgens die Insekten ein.

Es zeigte sich, dass vor allem das Wetter – insbesondere Temperatur und Niederschlag – die Zahl der Nachtschwärmer bestimmte. Doch auch das gedimmte Licht hatte einen Effekt: Die Zahl der gefangenen Insekten und der Fledermausrufe halbierte sich im Vergleich zur vollen Beleuchtung. Vor allem Wanzen, Nachtfalter oder Hautflügler sind empfindlich auf nächtliches Licht, Fliegen, Mücken und Käfer weniger. Bei den Fledermäusen profitierten fast nur häufige Arten vom reich gedeckten Tisch bei den Lampen, die anspruchsvolleren Arten wagten sich hingegen nicht ins Helle. Bolligers Fazit: «Dimmung von Strassenleuchten und kürzere Beleuchtungsdauer können dazu beitragen, dass beleuchtete Strassen nachtaktive Tiere weniger beeinträchtigen.» (Beate Kittl, Diagonal 1/18)