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Umfrage zur Energiewende: Bevölkerung will stärker bei der Planung von Anlagen mitwirken

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Die Schweizer Bevölkerung hat deutlich Ja zur Energiestrategie 2050 gesagt. Werden jedoch potenzielle Standorte – beispielsweise für Windkraftanlagen – vorgeschlagen, reagieren viele Menschen mit Skepsis. Wie sich die Bevölkerung die Umsetzung der Energiewende konkret in ihrem unmittelbaren Lebensraum vorstellt, hat die WSL in zwölf Gemeinden nordöstlich von Bern untersucht.

 

Dazu führte die Geografin Stefanie Müller eine Umfrage durch. Sie wollte von den in der Region lebenden Menschen erfahren, wie zufrieden diese mit der Mitwirkung bei der Planung erneuerbarer Energieanlagen sind. Zudem wollte Müller herausfinden, wie sich die Bevölkerung die Veränderung ihres Lebensraums durch die Installation von Anlagen für die Produktion von erneuerbaren Energien vorstellt. Dabei ging die Forscherin neue Wege: Sie bat die Betroffenen, ein sogenanntes Geografisches Informationssystem zu benutzen und dabei auf digitalen Kartenausschnitten zu markieren, wo potenzielle Standorte von Windrotoren sein könnten. Auch sollten sie begründen, an welchen Orten keine Windenergie erzeugt werden solle.

Insgesamt beteiligten sich 530 Personen an der Befragung. Eine grosse Mehrheit kann sich durchaus Standorte für Windkraftanlagen in ihrer Gemeinde vorstellen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Betroffenen stärker als bisher im lokalen Planungsprozess aktiv mitwirken dürfen, etwa bei der Wahl der Art der erneuerbaren Energiequelle oder des Produktionsstandorts sowie der konkreten Ausgestaltung der Anlagen.

Würde die Meinung der Bevölkerung stärker in die lokale Umsetzung der neuen Energiestrategie miteinbezogen, würde dies bisherige Abläufe in Politik und Verwaltung in Frage stellen. Eine grössere und frühzeitige Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erhöht aber die Chance, dass erneuerbare Energiequellen in Zukunft nicht als Eingriff in den unmittelbaren Lebensraum, sondern vielmehr als Teil davon wahrgenommen werden.
(Reinhard Lässig, Diagonal 2/19)

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